Zeitschrift für Ideengeschichte
Das Bauernheft
Heft XX/4 Winter 2026
Fest, Guldi, Leese, Maak
Nach einem Sommer, in dem Europas Wälder brannten und die Felder verdorrten, muss auch dem letzten Stadtinsulaner klar geworden sein, dass die Emanzipation vom Land eine Illusion war. Höchste Zeit für eine Revision der Ideengeschichte des Bauern. Das Winterheft spürt den Bauern als Projektionsfläche und Verhandlungsmasse in den Welt der Ideen nach - vom adamitischen Urmenschen über den aufständigen Provinzler bis zum Subventionsempfänger. Und dreht gleichzeitig den Spieß um und gibt den Bauern als Theoretikern von Arbeit und Herrschaft in eigener Sache das Wort. Denn der Bauer ist, wie Jo Guldi im "Bauernheft" der ZIG schreibt, "nicht der letzte Vertreter der alten Welt, sondern der erste Bürger der neuen."
Außerdem in einem zweiten Schwerpunkt: Erinnerungen an den ersten Bürger der alten Welt - Fundstücke aus dem Archiv des bundesrepublikanischen Großbürgers Joachim Fest zum 100. Geburstag am 8. Dezember 2026.
Zum Thema
Danilo Scholz und Florian Meinel
PDF
Das Bauernheft
Jo Guldi: Der erste Bürger der neuen Welt
PDF
Bruce A. Ragsdale: Washingtons Acker. Der Präsident als Sklavenhalter
Nicholas Mulder: Heißhunger nach Mehrarbeit. Zur Dialektik von Eigentum und Freiheit in der Walachei
Daniel Leese: Umzingelt. Über eine janusköpfige Figur im Maoismus
Danilo Scholz: Weltseele auf dem Milchsee. Alexandre Kojève und die Philosophie der Agrarsubvention
Thomas Kaufmann: Bauernschicksal und Menschenrecht
Essay
Florian Meinel: Lykischer Frühling. Ovid lässt eine antikoloniale Bauernrevolte niederschlagen
Archiv
Joachim Fest: Aus dem Tagebuch, Frühjahr und Sommer 1944
Denkbild
Niklas Maak: Der zerstörte Traum. Über Cäsar Pinnau und ein Haus in Kronberg
Konzept & Kritik
Patrick Bahners, Jan Bürger, Alexander Cammann, Jens Hacke, Jens Jessen, Thomas Karlauf, Sandra Richter, Gustav Seibt, Franz Walter: Joachim Fest im Gegenlicht