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Die Bestände des Königlichen Lagerhauses Berlin ermöglichen eine genaue Untersuchung nicht nur von (sich wandelnden) Warenströmen und Praktiken des Vertriebs, sondern auch von Techniktransfers und adaptionen, administrativen Praktiken, Gerichtsbarkeiten, Familien als Arbeitseinheiten, Soldatenleben und vielem mehr. Eine Analyse dieser Bestände macht es daher möglich, die Geschichte Preußens im achtzehnten Jahrhundert neu zu denken. Unter anderem erlauben sie uns, die Geschichte Berlins gleichzeitig aus globalhistorischer und aus alltagsgeschichtlicher Perspektive zu fassen und dadurch klassische Stereotype über Preußen zu brechen. Dieses Projekt schließt daher einerseits eine eklatante Forschungslücke durch fundierte Quellenarbeit – andererseits macht es sich zum Ziel, zu einer Neuausrichtung der Geschichtsschreibung über Preußen sowohl in der Forschung als auch in der Öffentlichkeit beizutragen.
Lektüreempfehlung
Wimmler, Jutta. „From Senegal to Augsburg: Gum Arabic and the Central European Textile Industry in the Eighteenth Century.“ Textile History 50, Nr. 1 (2019): 4–22. https://doi.org/10.1080/00404969.2019.1582580.
–. „Troublemakers in a State-Run Enterprise: Conflict Management and the Limits of Social Disciplining in the Königliches Lagerhaus Berlin, c. 1720–1760.“ In Formative Modernities in the Early Modern Atlantic and Beyond: Identities, Polities and Glocal Economies, herausgegeben von Veronika Hyden-Hanscho und Werner Stangl, 173–196. Palgrave Macmillan, 2023.
–. „Von Yucatán nach Berlin: Amerikanische Farbstoffe in Preußen, c. 1720–1764.“ In Berlins Weg in die Moderne: Koloniale Warenströme und Sehnsüchte, 1713–1918, herausgegeben von Samuel Eleazar Wendt, Felix Töppel, Lilja-Ruben Vowe und Klaus Weber, 43–58. transcript, 2025. https://doi.org/10.14361/9783839475102.
© privat
2026/2027
Jutta Wimmler, Dr. phil.
Geschichte
Bonn
von September 2026 bis Januar 2027
Geboren 1985 in Heiligenkreuz am Waasen, Österreich
M.A., Religionswissenschaft, Mag. phil., Geschichte, Dr. phil., Geschichte, Karl-Franzens-Universität Graz
Fellowship
Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung
Arbeitsvorhaben
Das Königliche Lagerhaus Berlin 1713–1815: Ein Textilunternehmen und seine Angestellten in einer sich globalisierenden Welt
Das königliche Lagerhaus Berlin war im achtzehnten Jahrhundert Preußens größte Textilmanufaktur. Als solche ist dieser Betrieb der Geschichtswissenschaft durchaus bekannt, nicht zuletzt, da dort Uniformen für die preußische Armee hergestellt wurden. Doch wenngleich das königliche Lagerhaus sowohl in Überblicksdarstellungen zur preußischen Geschichte als auch in spezialisierten Studien immer wieder erwähnt wird, existieren bis heute kaum quellengestützte Analysen dieser Wollmanufaktur. Insbesondere die Periode zwischen 1724 und 1764 – eine Zeit, in der diese Unternehmung quasi in „staatlichem“ Besitz war – muss nach wie vor als eine Art Blackbox bezeichnet werden, und das, obwohl das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem eine große Menge an Quellen für diese Zeit bereithält.Die Bestände des Königlichen Lagerhauses Berlin ermöglichen eine genaue Untersuchung nicht nur von (sich wandelnden) Warenströmen und Praktiken des Vertriebs, sondern auch von Techniktransfers und adaptionen, administrativen Praktiken, Gerichtsbarkeiten, Familien als Arbeitseinheiten, Soldatenleben und vielem mehr. Eine Analyse dieser Bestände macht es daher möglich, die Geschichte Preußens im achtzehnten Jahrhundert neu zu denken. Unter anderem erlauben sie uns, die Geschichte Berlins gleichzeitig aus globalhistorischer und aus alltagsgeschichtlicher Perspektive zu fassen und dadurch klassische Stereotype über Preußen zu brechen. Dieses Projekt schließt daher einerseits eine eklatante Forschungslücke durch fundierte Quellenarbeit – andererseits macht es sich zum Ziel, zu einer Neuausrichtung der Geschichtsschreibung über Preußen sowohl in der Forschung als auch in der Öffentlichkeit beizutragen.
Lektüreempfehlung
Wimmler, Jutta. „From Senegal to Augsburg: Gum Arabic and the Central European Textile Industry in the Eighteenth Century.“ Textile History 50, Nr. 1 (2019): 4–22. https://doi.org/10.1080/00404969.2019.1582580.
–. „Troublemakers in a State-Run Enterprise: Conflict Management and the Limits of Social Disciplining in the Königliches Lagerhaus Berlin, c. 1720–1760.“ In Formative Modernities in the Early Modern Atlantic and Beyond: Identities, Polities and Glocal Economies, herausgegeben von Veronika Hyden-Hanscho und Werner Stangl, 173–196. Palgrave Macmillan, 2023.
–. „Von Yucatán nach Berlin: Amerikanische Farbstoffe in Preußen, c. 1720–1764.“ In Berlins Weg in die Moderne: Koloniale Warenströme und Sehnsüchte, 1713–1918, herausgegeben von Samuel Eleazar Wendt, Felix Töppel, Lilja-Ruben Vowe und Klaus Weber, 43–58. transcript, 2025. https://doi.org/10.14361/9783839475102.