Christoph Möllers ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Neben seinen viel beachteten Publikationen Staat als Argument (München 2000), Die Möglichkeit der Normen (Berlin 2015), Freiheitsgrade. Elemente einer liberalen politischen Mechanik (Berlin 2020) und Demokratie und Gewaltengliederung (Berlin 2025) haben seine beiden jüngst erschienenen Veröffentlichungen ihn auch einem breiten Publikum bekannt gemacht: Öffentliche Kunstfreiheit (Berlin 2026, mit Nils Weinberg) und Autoritäre Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit (Göttingen 2026, mit Max Lenz und Nils Weinberg). Er folgt im Amt auf die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger, die nun dem Kreis der Permanent Fellows angehören wird.
Christoph Möllers wird beim Berliner Empfang mit einem Grußwort des Rechtswissenschaftlers und ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle ins Amt eingeführt. Danach stellt er seinerseits die neuen Fellows vor.
Die 44 Fellows des akademischen Jahres 2026/2027 kommen vor allem aus den Geistes-, den Sozial- und den Naturwissenschaften, aber auch aus der Musik, der Literatur und der Fotografie. Es sind 22 verschiedene Nationalitäten vertreten und eine Vielzahl von Disziplinen und Themen. Einige der Fellows sind über die konkrete Suche nach besonders vielversprechenden Early Career Scholars in den Lebenswissenschaften oder den Geistes- und Sozialwissenschaften ausgewählt worden. Jüngere Fellows aus afrikanischen Universitäten kommen über eine Kooperation mit dem Stellenbosch Institute for Advanced Study ans Wissenschaftskolleg. Das Yehudit-und-Yehuda-Elkana-Programm unterstützt durch eine Förderung der VolkswagenStiftung und der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung Fellows, deren Arbeit durch Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit in ihren Heimatländern gefährdet ist. Und schließlich unterstützt das Wissenschaftskolleg das im Jahr 2023 mitgegründete Virtual Ukraine Institute for Advanced Study mit einer oder einem exzellenten VUIAS Fellow abroad in seiner Fellowgruppe.
Unter den Arbeitsvorhaben der Fellows finden sich aktuelle Themen, wie zum Beispiel „Tourism as a Commodity Frontier: A Global History“ (Sven Beckert, Harvard), „Pandemic, Protest, and Political Stability in China“ (Xi Chen, Chapel Hill), „Die Verfassungsgerichtsbarkeit angesichts pluralisierter Gesellschaften – ausgehend von der Rolle des Bundesverfassungsgerichts im Wiedervereinigungsprozess“ (Aurore Gaillet, Toulouse), „Fictitious Commodities Revisited: Enquiries into the Great Transformations of Market-Socialist Asia“ (Minh Nguyen, Bielefeld). Aber auch Arbeitsvorhaben aus dem Bereich der Grundlagenforschung sind dabei: „The Politics of Secrecy and Revelation: Foundlings, Intergenerational Alliances, and the Invention of Identity in the Early Modern Colonial World“ (José Cárdenas Bunsen, Nashville), „Essential: An Economics of What We Cannot Live Without“ (Isabella Weber, Amherst), „The Symbolic Politics of Blumenberg, Habermas, and Schmitt“ (Tae-Yeoun Keum, Santa Barbara) und „GenoMov: Toward a Conceptual Framework Linking Avian Movement, Genomics, and Disease Ecology“ (Julián Padró, CONICET–National University of Comahue) .
Das Wissenschaftskolleg zu Berlin bietet international anerkannten wie auch vielversprechenden jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, sich frei von Verpflichtungen für ein akademisches Jahr auf ein selbst gewähltes Arbeitsvorhaben zu konzentrieren. Die jährlich etwa 45 Fellows bilden für zehn Monate eine „Lerngemeinschaft“, in der unterschiedliche disziplinäre Perspektiven, Sprachen und Wissenschaftskulturen zu neuen Konstellationen führen. Ein Klima von Freiheit und Neugier, optimale Arbeitsbedingungen und das Anregungspotenzial einer herausragenden Forscherinnen- und Forschergemeinschaft charakterisieren die Institution.
Umfassende Informationen zu den Fellows und Permanent Fellows, ihren Arbeitsvorhaben sowie zum Kolleg an sich und seinen Veranstaltungen finden Sie unter www.wiko-berlin.de.
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