"Wege des Wissens. Transregionale Studien" am Wissenschaftskolleg zu Berlin

in Kooperation mit der VolkswagenStiftung

Tagungsbericht: Marianne Braig, Felicitas Hentschke

Die Area Studies erleben derzeit weltweit eine Revitalisierung. Ein neu erwachtes Interesse innerhalb und außerhalb der scientific community lässt sich an verschiedenen Projekten und Konferenzen ablesen, die im Jahr 2005 in Berlin und Freiburg (15.-16.12.2005), aber auch in anderen Ländern, etwa in Großbritannien (6.-7.12.2005) oder Puerto Rico (15.-18. März 2006), stattfinden. Die internationale Konferenz "Die Zukunft der Area Studies in Deutschland", die der Forschungsverbund "Wege des Wissens. Transregionale Studien" am Wissenschaftskolleg zu Berlin in Kooperation mit der VolkswagenStiftung im Juli diesen Jahres organisiert hat, ist auf großes Interesse und rege Teilnahme unter deutschen, europäischen und internationalen Kollegen gestoßen; ca. hundert Personen aus wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Einrichtungen waren der Einladung gefolgt. Die Ergebnisse werden im Dezember auf den Tagungen "The Future of Interdisciplinary Area Studies in the UK" (Universität Oxford) und "Regional- und Kulturwissenschaften und neue Studiengänge" (Universität Freiburg) vorgestellt. Auf diese Weise können sie in die europäische Debatte um die Neugestaltung der Area Studies eingebracht werden. Ferner ist eine Veröffentlichung der Ergebnisse in den Zeitschriften afrika spectrum, Internationale Politik und Zeitschrift für Politikwissenschaft im Winter 2005/06 geplant.

  1. Verlauf der Tagung
    Nach dem Eröffnungsvortrag von Marianne Braig (Sprecherin des Forschungsverbunds "Wege des Wissens"), in dem sie die Ausgangspunkte und Zielsetzungen der Tagung erläuterte und zentrale Fragen und Thesen formulierte, folgten am ersten Tag sogenannte Tandem-Gespräche. Wissenschaftler, die sich im Spannungsfeld zwischen Area Studies und Fachdisziplin bewegen, erörterten gemeinsame Fragestellungen. Die Beziehungen zwischen Regionenforschung und Geschichtswissenschaft diskutierten Hartmut Kaelble (Humboldt Universität Berlin), Ulrike Freitag, Direktorin des Zentrums Moderner Orient (ZMO) und Andreas Eckert (Universität Hamburg). Das Verhältnis der Area Studies zur Politikwissenschaft behandelten Marianne Braig, Thomas Risse von der Freien Universität Berlin sowie Andreas Mehler vom Deutschen Übersee-Institut Hamburg (DÜI). 

    Sebastian Conrad (FU Berlin) und Ottmar Ette (Universität Potsdam) stellten im Anschluss zwei methodische Zugänge vor, mit denen in der Forschung auf veränderte Bedingungen der Globalisierung reagiert werden kann und die für weitergehende Kooperationen zwischen Area Studies und Disziplinen genutzt werden können. Am folgenden Tag stand der Vergleich mit den Erfahrungen im Ausland im Vordergrund. Wie positionieren sich Area Studies und Disziplinen in anderen Forschungslandschaften zueinander, welche unterschiedlichen Forschungstraditionen gibt es, welches sind neue Forschungsfragen und wie ist die institutionelle Verankerung der Area Studies gestaltet? Colin Bundy stellte die School of Oriental and African Studies (SOAS) vor. Eberhard Kienle vertrat das Institut de Recherches et d'Études sur le Monde Arabe et Musulman (IREMAM). Michiel Baud aus Amsterdam stellte das Centre for Latin American Research and Documentation (CEDLA) vor. Gustav Ranis berichtete aus dem Projekt "Revitalizing the Area Studies" der Ford Foundation, an dem sein Institute for International and Area Studies, Yale University beteiligt war. Sieglinde Lemke vom John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien/FU Berlin sprach über die amerikanischen Area Studies und das Verhältnis der deutschen Amerikanistik zu ihren amerikanischen Partnern. Einen Perspektivwechsel nahm Lorena Ruano vom CIDE (Centro de investigación y educación superior especializado en ciencias sociales) vor, die über die European Studies außerhalb Europas, in diesem Fall in Mexiko, sprach. Der dritte Tag war von der Diskussion institutioneller Fragen bestimmt, wie die Area Studies und die Disziplinen gemeinsam neue inhaltliche und methodische Ansprüche an die eigene Forschung in Hinblick auf Grundlagenforschung, Politikberatung und Ausbildung organisieren können. Im ersten Panel diskutierten über Verhältnis von Grundlagenforschung und Politikberatung in den Area Studies Ulrike Freitag (ZMO), Erdmute Alber (Universität Bayreuth), Robert Kappel (DÜI), Helen Ahrens (GTZ) und Gregor Meiering (Amman). Im zweiten Panel stand die Ausbildung im Zentrum, insbesondere auch die Frage nach den Berufsperspektiven, die sich mit dem Studium in den Area Studies eröffnen. Es diskutierten Ulf Engel (Universität Leipzig), Erika Fischer-Lichte (FU Berlin), Imme Scholz (DIE), Barbara Christophe (Viadrina Frankfurt/O.) und Marianne Braig. Beide Panels wurden von Hans-Jürgen Puhle (Universität Frankfurt/M.) geleitet, der die Ergebnisse für die weitere Debatte zusammenfasste.
    In den drei Tagen haben sich zwei Diskussionsfelder herauskristallisiert. Zum einen wurden epistemologisch die Chancen und Risiken der Area Studies im Kontext von Globalisierung und Postkolonialismus diskutiert. Das Verhältnis von Fachdisziplin und Regionalspezialisierung stand im Mittelpunkt der Debatten über das Selbstverständnis der Area Studies. Zum anderen wurden die institutionellen Bedingungen der Area Studies in Gegenwart und Zukunft thematisiert. Experten aus Wissenschaft und Politikberatung diskutierten über die Infrastruktur und Institutionenbildung im Bereich der regionalspezifischen Forschung, über ihre Bedeutung für die Grundlagenforschung und Politikberatung sowie über die Entwicklung von neuen Studiengängen und die Umgestaltung der Ausbildung im Bereich der Area Studies. 

    Der Forschungsverbund "Wege des Wissens" hat die verschiedenen Ergebnisse aus den intensiven und fruchtbaren Diskussionen dieser Tagung im folgenden Bericht zusammengefasst; er möchte sie als wegweisend für die Zukunft der Area Studies verstanden wissen.
     
  2. Neue epistemologische Chancen
    Im Kontext von Globalisierungsprozessen gewinnen genaue Kenntnisse lokaler, regionaler sowie transnationaler und transkultureller Beziehungen an Bedeutung. Die essentialistischen Vorstellungen des Zusammenhangs von Raum und Kultur werden hinterfragt und zugleich Grenzen und Räume im wechselseitigen Verhältnis zwischen dem Globalen und dem Lokalen "reterritorialisiert". Dies hat Auswirkungen auf das Verhältnis von Fachdisziplinen und Area Studies und auf die Weiterentwicklung von interdisziplinären Arbeitsformen.

    2.1 Das Verhältnis von Fachdisziplinen und Area Studies
    Im Bereich der Area Studies erfahren vor allem in Deutschland ausgewiesene Fachvertreter mit ihrer intellektuellen Produktion oftmals eine Ausgrenzung aus dem sogenannten "Kern des Fachs". Zugleich tragen sie nicht selten selbst zu einer Marginalisierung in ihren jeweiligen Fachdisziplinen bei, die sie dann beklagen müssen. Oft führt gerade die Betonung der "Andersartigkeit der vertrauten Region" und die Orientalisierung des eigenen Forschungsgegenstandes zu einer solchen Tendenz. Colin Bundy (SOAS) bringt diese Selbstisolierung auf den Punkt: Area Studies sind nicht allein ein "child of empire", sondern auch eine Art "marriage of modernization theory and orientalism".

    Doch in der kritischen Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit der eigenen Disziplin sowie der Modernisierungs- und Entwicklungstheorien hat sich mittlerweile ein neues Selbstverständnis innerhalb der Area Studies gebildet.


    2.1.1 Das Spannungsverhältnis zwischen dem sogenannten "Kern des Fachs" und den Area Studies wirkt erkenntnisfördernd, wenn es gelingt, den methodischen Nationalismus zu überwinden und nicht in die Falle neuer geschlossener ‚Kulturräume' zu gehen. In ihrem Eröffnungsvortrag machte Marianne Braig am Beispiel der Soziologie und der Ökonomie deutlich, dass nicht wenige Theorien ihren nomologischen Kern historisch und kulturell verankern, ohne diese spezifische Verankerung zu reflektieren, und sich gegen empirische Realitäten, insbesondere wenn sie diesen Deutungsmustern nicht entsprechen, immunisieren. Auch die Area Studies sind davon nicht ausgenommen, wie die Übertragung der Modernisierungstheorien verschiedener Couleurs in unterschiedliche regionale Kontexte deutlich macht. Die Area Studies laufen ebenfalls Gefahr, mit ihren Raumkonstruktionen zur Schaffung von "regionalen Forschungsgegenständen" und damit zu homogenisierenden regionalen Einheiten beizutragen. Das heißt, dass in ihrem Fall der Nationalstaat zwar nicht (mehr) die maßgebliche Bezugsgröße ist, aber immer noch eine essentialistische Zuweisung im lokalen oder hemisphärischen Raum festgemacht wird. Doch Regionen sind für sich kein Forschungsgegenstand. Dies gilt auch für Europa. Mit den Raumkonstruktionen, wie sie beispielsweise die stark politikwissenschaftlich an den Institutionen der EU ausgerichteten European Studies in Mexiko darstellen (Lorena Ruano), werden neue Entitäten geschaffen, hinter denen die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas verschwindet. Die Wahrnehmung Europas von außen wird hier ähnlich vereinfacht wie beispielsweise die Lateinamerikas oder der Arabischen Welt aus der europäischen Perspektive.

    Die Konstruktion theoriegängiger regionaler Einheiten muss insbesondere durch die Vertreter der Area Studies stets neu hinterfragt werden. Gerade weil sie um die methodischen Begrenzungen des Nationalstaates wissen, dürfen sie andere Entitäten nicht zu fest fixieren (Eberhard Kienle). Räume werden als solche definiert und verändern sich durch unterschiedliche Prozesse und Bewegungen, wie Globalisierung, Migration oder politische Zäsuren, beispielsweise das Ende des Kalten Krieges. Hartmut Kaelble betonte, dass man um die Auflösung von Raumkonstruktionen nicht herumkomme, weil sie die Konstruktion von neuen räumlichen Einheiten bedingen, die es jedoch immer wieder zu prüfen gilt. Regionenbildung ist immer das Problem der anderen, spitzte Bernd Henningsen (HU Berlin) die Crux der Regionalforschung zu: Nordistik gibt es im Norden nicht, ebenso wenig wie es German Studies in Deutschland gibt.

    Um den Fallen eines methodischen Nationalismus zu entgehen, gilt es immer wieder, Fragen nach den Geltungsbedingungen von Theorien, Begriffen und Konzepten zu stellen. Die Vertreter der Area Studies, so wurde gefordert, sollten immer wieder prüfen, inwieweit Theorien in anderen Geltungsbereichen wirken, als in denen, aus denen heraus sie sich gebildet haben. Dass dies erfolgreich ist, zeigen geglückte Übernahmen, Rezeptionen und Auseinandersetzungen mit eigenen Wissensbeständen sowie deren unterschiedliche Aneignung in fremden Kontexten (etwa die unterschiedlichen Rezeptionen der Ideen und Theorien von Habermas auf dem amerikanischen Kontinent). Wissen zirkuliert und verändert sich durch Bewegung. Die Aufgabe der Area Studies liegt darin, entsprechende Begrifflichkeiten (wie etwa Gouvernance, Staat, Staatlichkeit etc.) nicht nur unter anderen Geltungsbedingungen zu reflektieren, sondern sie auch in transnationalen oder transkulturellen Prozessen neu zu denken (Thomas Risse).

    2.1.2 Für ein produktives Verhältnis zwischen Fachdisziplinen und Area Studies ist die Berücksichtigung wissenschaftshistorischer Entwicklungen mitzudenken, denn die Ausklammerung des "Rests der Welt" aus dem sogenannten "Kern des Fachs" ist eng verbunden mit der Separierung der akademischen Disziplinen (Shalini Randeria, Universität Zürich). Der Ausschluss der Vielfalt empirischer Realität erzeugt eurozentrische Grundannahmen bei der Herausbildung eines wissenschaftlichen Verständnisses und einer institutionellen Verständigung über die methodischen und theoretischen Grundlagen der Disziplinen. Verbunden ist mit diesem Ausschluss auch die Unfähigkeit, die speziellen Geltungsbedingungen der theoretischen Konzepte kritisch zu hinterfragen. Die Verbannung des Anderen und der Anderen in die oftmals marginalisierten sogenannten "Orchideenfächer" birgt grundsätzlich methodologische Probleme für alle Fächer. Mit der Separierung von Fachdisziplinen und Area Studies geht (das gilt zumindest für die Theoriebildung) die Ausblendung des eigenen Raum-Kultur-Kontexts einher, wenn das Fachspezifische sich über ein Set von allgemeingültigen Theorien, Begriffen, Methoden definiert, deren Entwicklung sich gerade dadurch auszeichnet, dass empirische Realitäten - seien es die eigenen oder die der Anderen - ausgeblendet bleiben. 

    Wenn jedoch in der Theorieentwicklung die zugrunde liegenden Realitäten sowie die Konstruktion der Entitäten Europa und/oder USA selbst nicht reflektiert werden, dann stellt sich die weitergehende Frage nach dem methodischen Ort (Shalini Randeria, 1999), von welchem die vielfältigen Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen geographischen Regionen reflektiert werden können. Zur Etablierung eines solchen methodischen Ortes hat die Neuorientierung der Area Studies beizutragen. 

    Anknüpfungspunkte dafür haben sich in den letzten Jahren in der neueren historischen Europaforschung ergeben, dort wo es ihr gelingt, Europa bzw. unterschiedliche Räume Europas als Regionen in Verflechtung mit anderen Regionen zu fassen. Allerdings machte Hartmut Kaelble zugleich auf die Schwierigkeiten in der Geschichtswissenschaft aufmerksam, Forschung zu betreiben, auf der nicht nur "Europa drauf steht, während dann doch nur unverbundene Einzelfalluntersuchungen aneinander gereiht werden, sondern in der auch Europa drin ist". Die Area Studies und ihre Erfahrungen mit anderen Weltregionen könnten hier hilfreich sein, weil sie von unterschiedlichen Disziplinen geprägt und in der Lage sind, mit verschiedenen Methoden und Instrumentarien zur Entwicklung konkreten Wissens über bestimmte geographische Räume und Kulturen beizutragen. Darüber hinaus fällt es den Area Studies leichter als den einzelnen Fachdisziplinen aus ihrem eigenen Selbstverständnis heraus, Fragen nach dem Verhältnis von Raum und Kultur immer wieder neu zu stellen. Insofern eröffnet gerade das Selbstverständnis der Area Studies Chancen für die Überwindung der nationalstaatlichen Wissenstraditionen und der Perpetuierung der Hierarchie zwischen Raum und Kultur. 


    2.2 Das Verhältnis von Fachdisziplin und Regionalspezialisierung
    Nicht wenige Vertreter der Area Studies haben sich auf die wissenschaftsinternen Herausforderungen des cultural turn und der post colonial studies eingelassen. Produktiv wird dieses Einlassen dort, wo interdisziplinäre Forschung weiterentwickelt werden kann und die Kooperation mit Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Weltkontexten im Sinne eines "Forschens mit..." und damit die Überwindung des "Forschens über..." gelingt. Heutzutage können Wissenschaftler nicht mehr auch nur ansatzweise das Universalwissen der Zeit verkörpern und sich weitgehend allein mit dem "anderen Wissen" auseinandersetzen, wie dies für Alexander von Humboldt mit seinen Wissenschaften gelten kann. Area Studies können nur im Team zwischen Vertretern unterschiedlicher Disziplinen und in Kooperation mit Vertretern anderer Wissenstraditionen betrieben werden.

    2.2.1 Derzeit ist es eine dringliche Aufgabe der Area Studies, Fragen an die Globalisierung zu stellen, die sich aus den "anderen" nicht-westlichen Realitäten und Perspektiven heraus ergeben. Die Globalisierung gilt es von unten und von der Peripherie her zu betrachten und den asymmetrischen Beziehungen der Weltregionen zueinander und dem Potential ihrer wechselseitigen Verhältnisse gerecht zu werden. Nur unter der Berücksichtigung anderer Realitäten, beispielsweise Japans oder der arabischen Staaten, werden historische Einschnitte sichtbar, die aus dem westlichen Blickwinkel allein nicht zu erkennen sind. In diesem Zusammenhang war es ein wichtiger Schritt, mit dem cultural turn den Kulturbegriff aus seiner räumlichen Verankerung zu lösen. Seither bildet die Untersuchung verschiedener kultureller Verflechtungsbeziehungen eine zentrale Bezugsgröße auf der Suche der Area Studies nach transkulturellen Beziehungen zwischen bislang kaum aufeinander bezogenen Regionen. Erste Ergebnisse liegen im Forschungsverbund "Wege des Wissens" für ArabAmericas vor.

    Gustav Ranis (Yale University) sieht einen wesentlichen Vorteil der Area Studies darin, dass sie die notwendige Kompetenz dafür mitbringen, immer wieder den "Spagat zwischen den Disziplinen und der Sensibilität für das Andere und den Anderen" zu bewältigen. Dabei haben sie die Möglichkeit, die Theorien nicht nur nach ihrer Problemdefinition zu befragen. Vielmehr können sie die darin angelegten Perspektiven erkennen, sichtbar machen und mit ihnen arbeiten. Am Beispiel der Verschuldung machte Barbara Fritz (DÜI) dies deutlich. So gilt es nicht mehr allein, die Verschuldungsproblematik theoretisch aus der Sicht der Gläubiger zu erklären, sondern die des Schuldners in die Theorieentwicklung einzubeziehen. Erkenntnismöglichkeiten (in diesem Fall über die Verschuldung) sind an die Position des Fragenden und die Perspektive des Beobachters gebunden. Insofern gibt es Optionen, sie zu verändern und zu erweitern. 

    2.2.2 Nicht erst die postcolonial studies (aber diese im besonderen Maße) haben deutlich gemacht, dass die Forschungsgegenstände in den Area Studies durch kulturelle Austauschprozesse zwischen verschiedenen Orten bestimmt sind. Ein Blick in die Geschichtswissenschaft mit ihren Ansätzen der Vergleichs-, Beziehungs- und Interaktionsgeschichte hilft, wie Han-Jürgen Puhle betonte, andere, frühere Entwicklungen wahrzunehmen. Jedoch reicht es nicht, die unterschiedlichen Orte, die durch transnationale oder transkulturelle Austauschprozesse verbunden werden, für sich zu betrachten. Es müssen auch die unterschiedlichen Bewegungen, Verbindungen, Verflechtungen zwischen ihnen sowie Separierungen und Abkopplungen, so Ottmar Ette, in den Blick genommen werden. Mit einer solchen geforderten Hinwendung zu einer analytischen Annäherung an transnationale und transkulturelle Prozesse lassen sich neue methodische Ansätze verknüpfen. In der Geschichtswissenschaft ist in diesem Zusammenhang eine Methodendebatte ausgelöst worden, die auch für andere Disziplinen interessant ist. Hartmut Kaelble und Sebastian Conrad zeigten in ihren Beiträgen die Reichweite verschiedener Ansätze für eine Verflechtungsgeschichte auf. Dabei wird ein empirisches Defizit insbesondere der histoire croisée deutlich gemacht. Wegweisend sind Querschnittsthemen gegenwartsbezogener Themen wie beispielsweise das "Regieren jenseits des Staates" oder aus dem Bereich der Globalgeschichte die Bedeutung alternativer Bewegungen zu Nationalstaatsbildung und Moderne.

    2.2.3 Perspektivenwechsel, transkulturelle Austauschprozesse und Bewegungen zwischen verschiedenen Orten werden von den Fachdisziplinen unterschiedlich und meist nur partiell erfasst. Area Studies bringen neben den fachspezifischen Voraussetzungen die unbestritten wichtigste Kompetenz fundierter (oft multipler) Sprachkenntnisse mit. In den Fachdisziplinen werden dagegen spezifische Sprachkenntnisse oft nur als hilfswissenschaftliche Bereicherung wahrgenommen. 

    Sprachverständnis und Übersetzungsfähigkeiten als Schlüssel für das Verstehen des Anderen haben durch den translation turn eine weitergehende Bedeutung bekommen. Zugleich ist die Übersetzungsproblematik auch für das interdisziplinäre Verständnis der Area Studies wichtiger geworden, sind doch mehrfache Übersetzungsleistungen zu erbringen, nämlich zwischen verschiedenen Sprachen, Kulturen, Wissenschaftstraditionen, Disziplinen etc. Nur wenn sie gelingen, können Transferprozesse in und zwischen den Weltregionen adäquat beschrieben und besser verstanden werden.

    Das heißt, Spracherwerb und bi- und multilinguale Forschung sind keine Hilfsinstrumente. Nur mittels fundierter spezifischer Sprachkenntnisse können wichtige Aufgaben der Übersetzung wahrgenommen werden. Sie bilden einen zentralen Bestandteil der Forschung in den Area Studies und müssen methodisch enger in die Interdisziplinarität einbezogen werden als dies bislang der Fall ist. Der translation turn, der neben den Geistes- auch die Sozialwissenschaften erreicht hat, gibt hierfür vielfältige Anknüpfungspunkte. Für die Area Studies folgt daraus, dass sie in ihrem Kernbereich auf die Kooperation zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften angewiesen sind, natürlich sind auch nicht fachspezifische regionalbezogene Forschungen zu bestimmten Fragestellung sinnvoll; für eine interdisziplinäre Grundlagenforschung sind jedoch größere Forschungsverbünde notwendig. Sie sollte in interdisziplinären Teams, die zu transdisziplinären Fragestellungen arbeiten, organisiert sein. Gefordert wurde daher, dass die Bearbeitung von Fragestellungen, die zum Erkennen und Verstehen von Prozessen in und zwischen den Weltregionen beitragen, in Gruppen von fachspezifisch ausgewiesenen Wissenschaftlern mit einer hohen regionalen Kompetenz in interdisziplinären Forschergruppen ermöglicht werden sollte.
     
  3. Institutionelle Chancen und Risiken 
    Auf der Tagung bildete die Frage, wie die Erforschung der verschiedenen Weltregionen in Zukunft besser organisiert werden kann, ein zweites zentrales Thema. 


    3.1 In allen Beiträgen zur Situation der Area Studies in den verschiedenen Ländern ist deutlich geworden, was Michiel Baud auf den Punkt brachte: "Infrastructure matters". Doch die Kontexte der jeweiligen Infrastrukturen mit unterschiedlichen regionalspezifischen Lehrstühlen, Forschungsinstituten (in und außerhalb der Universitäten), Politikberatungseinrichtungen, think tanks, Museen, Bibliotheken, Archiven, Zeitschriften, Verlagen etc. variieren in den einzelnen Ländern. Die Tagung hat gezeigt, dass die Vertreter der Area Studies in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und den USA ebenso wie ihre deutschen Kollegen auf der Suche nach neuen Strukturen sind. Gleichwohl können die ausländischen Erfahrungen nur eingeschränkt herangezogen werden. Hartmut Kaelble fasste die Unterschiede der verschiedenen Wissenschaftskulturen zusammen. Demnach bilden die Area Studies in den USA für Deutschland zwar ein attraktives Modell, aber die Motivationen in den USA sind andere. Zum einen sehen sich die USA als Weltmacht und schätzen als solche das Wissen von regionalspezifisch arbeitenden Experten. Diese Motivation, so Kaelble, zählt nur bedingt für Europa. Zum anderen verstehen sich die USA als Einwandererland und jede Gruppe hat Bedarf, die "roots" verstehen zu lernen. Die westeuropäischen Länder begreifen sich nicht in dieser Weise, obwohl auch sie längst den Wechsel von Auswanderer- zu Einwandererregionen vollzogen haben. Innerhalb Europas wiederum können weder die Vorzüge des französischen Modells (Maison Méditerranéenne) noch die erfolgreiche Bündelung regionalen Wissens in der britischen School of Oriental and African Studies oder den niederländischen Regionalinstituten  wie zum Beispiel CEDLA, die ihre Legitimation auf eine koloniale Gründungsgeschichte zurückführen (und damit ministeriale Unterstützung rechtfertigen), auf die Situation im föderalen Deutschland übertragen werden. 

    Die verschiedenartigen, auf die Kolonialzeit zurückgehenden Einrichtungen, einschließlich der Bibliotheken, Archive und Museen, haben in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden ein solides Fundament der Wissensproduktion über die ‚Anderen' geschaffen. Auch in Deutschland gibt es ähnliche Traditionen; in verschiedenen Städten wie in Berlin, Hamburg, Köln und Leipzig besteht eine besonders hohe Dichte regionalspezifischer Kompetenzen.

    Derzeit sind solche Orte der Wissenssammlung und - produktion, die oftmals über mehrere hundert Jahre gepflegt und angereichert wurden, überall bedroht. Die Risiken insbesondere in Phasen der Einsparungen und Umstrukturierungen liegen in einer zu engen tagespolitischen Orientierung. Erlischt die Aufmerksamkeit an einer bestimmten Region (diese ist in der Regel mit Krisen, Kriegen, Katastrophen verbunden), dann steht der ganze regionale Forschungsschwerpunkt unter Verdacht, überflüssig zu sein. Bereits eine kurzfristige Vernachlässigung bestimmter Regionen verändert die wissenschaftliche und kulturelle Infrastruktur und gefährdet die bestehenden Wissensbestände in Universitäten, Bibliotheken, Archiven und Museen.

    3.2 Die Gefahren sind jedoch noch weitreichender. Die Orientierung der Förderung regionenbezogener Forschung am aktuellen politischen Tagesgeschäft erfordert andere Forschungs- und Darstellungsformate als es die Grundlagenforschung bieten kann, nämlich "quick and dirty", wie Robert Kappel provozierend bemerkte. Wollten die Wissenschaftler hier ebenso gründlich ihre Dienste anbieten wie in der Grundlagenforschung und der Lehre, müsste es notwendigerweise zu einer Überforderung der einzelnen Forschenden führen. Die Überforderung ist dabei vor allem auch eine Frage der Organisation. Eine Arbeitsteilung, wie sie Joachim Nettelbeck (Wissenschaftskolleg zu Berlin) fordert, ist nötig. Dies gilt umso mehr, als die Vermengung zwischen Politikberatung, Forschung und Lehre eine Herausforderung für die Sozial- und Geisteswissenschaften darstellt. Auch wenn die unterschiedlichen Funktionen in einer Forscherpersönlichkeit durchaus glücklich verknüpft sein können, erscheint die institutionelle Aufgabenteilung sinnvoll, die zwischen aufwendiger Lehre, oftmals sehr individuell zugeschnittener Grundlagenforschung, an tagespolitischen Ereignissen orientierter Politikberatung und Medienpräsenz unterscheidet.

    Eine solche Arbeitsteilung sollte allerdings die Abkapselung der einzelnen Bereiche der Lehre, Forschung und Politikberatung vermeiden. Sie darf nicht dazu führen, wie Günther Maihold (SWP) mahnte, dass an den Universitäten Lehre und Forschung, an den außeruniversitären Instituten nur Politikberatung und an den Forschungszentren lediglich Grundlagenforschung betrieben werden. Die Aufgabenteilungen sind daher durch Kooperationen zu ergänzen.

    3.3 Zunächst sind für eine solide Grundlagenforschung die Kooperation zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften, eine fundierte Sprachausbildung sowie empirische Feldforschungen unverzichtbar. Dies setzt die Kooperation mit Forschern aus den Regionen, Themenstellungen mittlerer Reichweite und einen stabilen Zeithorizont voraus. Bei der Gründung vieler Regionalinstitute in den 1970er Jahren, wie beispielsweise des John F. Kennedy-Instituts für Nordamerikastudien, des Lateinamerika-Instituts und das Osteuropa-Institut an der FU Berlin, waren derartige Gesichtspunkte ausschlaggebend. Um in der Zukunft insbesondere die Grundlagenforschung zu fördern, gilt es Zeitfenster zu öffnen, in denen jeweils eine überschaubare Anzahl von Wissenschaftlern aus den Hochschulen und den außeruniversitären 

    Forschungseinrichtungen an gemeinsamen Fragestellungen zwischen Disziplin und Regionenforschung zusammenarbeiten können. In Kooperation mit den Regionalinstituten sind Sonderforschungsbereiche adäquate Instrumente für längerfristige Forschungsperspektiven. Sinnvoll sind auch kleinere interdisziplinäre Forschergruppen, wenn es darum geht, neue Themenstellungen und methodische Ansätze auszuprobieren. In solchen interdisziplinär ausgerichteten Strukturen werden den Vertretern der Fachdisziplinen und den Spezialisten anderer Sprachen, Religionen, Kulturproduktionen im weitesten Sinne neue Lernchancen eröffnet. 

    Um entsprechende Forschungen betreiben zu können, ist jedoch vor allem auch ein Umdenken bei den Fördereinrichtungen notwendig. Diese haben ihre Förderinstrumente und -kriterien in der Regel disziplinär organisiert. Es wäre wünschenswert, wenn sie in ihren Evaluationen und Begutachtungskriterien stärker auf die Notwendigkeit interdisziplinärer,  transnationaler und -kultureller Forschungsansätze reagierten. Angesichts des deutschen Föderalismus kommt der Förderung gemeinsamer Forschungsprojekte zwischen verschiedenen regionalen Zentren (in unterschiedlichen Bundesländern angesiedelt) eine zentrale Bedeutung zu. Nicht überall soll und kann alles gemacht werden, daher müssen Experten an unterschiedlichen Orten in themenorientierten Forschungsverbünden sinnvoll kooperieren können.

    3.4 Parlament, Medien, Ministerien und unterschiedliche Interessensgruppen, die in ihren Handlungsbereichen regionenspezifisches Wissen benötigen, fordern praxisrelevante Forschung und Politikberatung. Allerdings, das zeigte Robert Kappel auf, ist die Schnittmenge zwischen Wissenschaft und Beratung oftmals nicht sehr groß. Zugleich stößt man gerade in der Praxis auf wichtige Forschungsfragen, für die eine entkoppelte Forschung nur wenige Sensoren hat. Hier ist die Arbeitsteilung durch Kooperationsformen zu ergänzen; seien es beispielsweise gemeinsame Forschungsprojekte, Austauschprogramme zwischen Forschung und Politikberatung, gemeinsame Evaluationen, Lehrveranstaltungen,  Praktika etc.

    3.5 Den Universitäten kommt eine zentrale Bedeutung zu, denn Forschung, Politikberatung wie auch mediale Vermittlung benötigen eine komplexe Ausbildung im Bereich der Area Studies. Die Area Studies wiederum sind darauf angewiesen, dass im Studium eine Doppelqualifikation - einerseits eine Regionalkompetenz (Sprache und Kultur) und andererseits die Kompetenz in einer Fachdisziplin - vermittelt wird. Damit verbunden ist in der Regel die Vermittlung von soft skills (z.B. interkulturelle Kompetenzen, Flexibilität, Improvisation). In der Diskussion um die Zukunft der Lehre im Bereich der Area Studies in Deutschland steht die Einführung der BA/MA-Studiengänge im Mittelpunkt. Dabei kann ein Blick auf die niederländische Erfahrung zeigen, dass die Umstellung nicht dazu geführt hat, dass die Zahl der in den Area Studies eingeschriebenen Studierenden zurückgegangen ist (Michiel Baud). Das Gegenteil ist der Fall. Inhaltlich stellt die Einführung von BA/MA-Studiengängen für die Area Studies sowohl eine Chance als auch ein Risiko dar. Durch eine geschickte Bildung von Clustern und Kombinationen von Teilstudiengängen (Modulpaketen) können sie eine bessere Kooperation mit den Fachdisziplinen als bislang und eine stringente methodische und themenbezogene Arbeit in der Lehre leisten. 
    In den kurzen BA-Studiengängen ist jedoch die Vermittlung von Fächern, die sich mit komplexen Kulturen und Sprachen beschäftigen, problematisch. Die Sprachausbildung in den nicht an Schulen unterrichteten Sprachen findet zur Zeit noch keine besondere Berücksichtigung in der BA/MA-Umstrukturierung, die jedoch nötig wäre. Dies gilt für die außereuropäischen Philologien wie zum Beispiel Sinologie, Japanologie, aber auch für interdisziplinär angelegte Fächer wie Altamerikanistik oder Ethnologie, in denen die Studierenden zudem noch auf den Spracherwerb (oft mehrerer) nicht europäischer Sprachen angewiesen sind. Deshalb befürworten nicht wenige Vertreter der Area Studies, sich auf eine qualitativ fundierte zweijährige MA-Ausbildung zu konzentrieren und im BA mit anderen Fächern zu kooperieren. In den Fällen, in denen ein grundständiges-Studium notwendig ist, weil sonst die Region nicht bearbeitet werden kann (u.a. aufwendiger Spracherwerb) sind achtsemestrige BA-Studiengänge nicht nur sinnvoll, sondern für eine international konkurrenzfähige Ausbildung notwendig.

    Auf die Bedeutung einer fundierten universitären Ausbildung im Bereich der Area Studies haben die Vertreter aus der Praxis (DIE, GTZ, Development-Consulting) deutlich hingewiesen. So werden beispielsweise in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) Führungskräfte gebraucht, die neben einem Fachstudium (etwa Volkswirtschaft) eine solide Ausbildung in Area Studies haben. Dabei hat sich gezeigt, dass nicht nur die ‚studierte' Region und die entsprechenden Sprachkenntnisse entscheidend sind, sondern auch Offenheit und Flexibilität der Studienabgänger, ihre Kompetenzen und Erfahrungen in den Umgang mit anderen Regionen zu übersetzen.

    Durch die Streichung regionalprofilierter Professuren in den Sozialwissenschaften entsteht derzeit ein weiteres gravierendes Problem. Zunehmend fehlen beispielsweise im Fach Volkwirtschaft Universitätsabsolventen mit einem regionalspezifischen Profil. Das DIE kann auf dem deutschen Bildungsmarkt entsprechende universitäre Qualifikationen immer weniger antreffen und wird sich für das Weiterbildungsprogramm perspektivisch im Ausland umsehen müssen. Hier ist dringend hochschulpolitisches Handeln gefragt. Die in den letzten Jahren durch den Generationswechsel und durch Sparmaßnahmen eingeleiteten Streichungen von Professuren mit Doppelqualifikation (zum Beispiel Ökonomie/Lateinamerika, Politik/Afrika, Soziologie/Indien) führen schon kurzfristig zum Mangel an Absolventen und internationalen Experten aus Deutschland.

    Imme Scholz (DIE), die diese Sorge vortrug, begründete darüber hinaus einen weiteren Trend, der zu einer starken Veränderung des Berufsfelds in der EZ in den vergangenen zehn Jahren geführt hat: Zum einen verfügen viele Entwicklungsländer inzwischen über eigene Fachkräfte. Zum anderen ist das Politikfeld neu definiert worden. Fachkräfte aus den Geberländern sind vor allem mit Planungs- und Steuerungsfunktionen in den Zentralen betraut. Damit wachsen die Anforderungen an das Berufsfeld; gebraucht werden Fachleute, die über den Tellerrand ihrer eigenen Disziplin blicken und komplexe Managementaufgaben in interdisziplinär und interkulturell geprägten Teams bewältigen können. Die entwicklungspolitischen Organisationen sind in ihrer Arbeit auf eine enge Kooperation mit der Forschung angewiesen, um mit den Veränderungen vor Ort Schritt zu halten und Wissensressourcen für die Konzeptentwicklung und Planung in den Zentralen und die Beratung vor Ort zu erschließen. In der Lehre müssen sie auf die Vermittlung von regionenspezifischen Kompetenzen in den Universitäten bauen können.
    Abschließend lässt sich zusammenfassen: Eine zukunftsorientierte Nachwuchsförderung, Arbeitsbeziehungen zu außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Museen, Kooperationen mit außereuropäischen Wissenschaftlern sowie die Pflege von Bibliotheken, Archiven, Zeitschriften als Orte der Wissenssammlung und -produktion sind nötig, um eine solide Grundlagenforschung bzw. fundierte Politikberatung betreiben zu können. Allgemein dominierte auf der Tagung die Ansicht, dass eine weltoffene, wettbewerbsfähige Gesellschaft nur erfolgreich ist, wenn sie es sich leisten kann, alle Regionen zu erforschen. Die Forschung und Lehre darf nicht an der tagespolitischen Aktualität einzelner Regionen (meistens Konfliktregionen) oder an Modetrends ausgerichtet werden.

Tagung Die Zukunft der Area Studies in Deutschland
Max Liebermann-Haus Berlin - 14. bis 16. Juli 2005