Islamische und jüdische Hermeneutik als Kulturkritik

Ein Forschungsprojekt des Arbeitskreises Moderne und Islam am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

1. Hintergrund

Kulturkritisches Denken in der islamischen wie auch in der jüdischen Welt hat vor einigen Jahren begonnen, den Bezug zur je eigenen religiösen Tradition grundlegend neu zu bestimmen. Bei aller Unterschiedlichkeit des politischen und geistigen Umfelds lässt sich hier ein gemeinsames Interesse erkennen: das Interesse einer jüdischen oder islamischen säkulären Hermeneutik, die sich aus der Arbeit an den Strukturen religiöser und anderer kanonischer Texte herausbildet. Die Kritik an der politischen Instrumentalisierung der religiösen Quellen erwächst aus der Arbeit an der Tradition selbst und bezieht diese ausdrücklich mit ein. Dies gilt sowohl für das zeitgenössische jüdische wie auch das muslimische Denken, mindestens innerhalb einer religiösen Avantgarde.

Besonders deutlich erscheint die Komplementarität ausgerechnet in jenen beiden Gesellschaften, die geistig und politisch am meisten zu trennen scheint: Iran und Israel. In Iran kritisieren Theologen und religiöse Intellektuelle wie Abdolkarim Soroush oder Mohammad Modschtahed Schabestari die politische Ideologisierung des Islam, an der sie zum Teil selbst mitgewirkt haben. In der gegenwärtigen kritischen Debatte über den Zionismus stellt wiederum ein kleiner Kreis von zum Teil dezidiert religiös geprägten jüdischen Intellektuellen die politischen und hermeneutischen Paradigmen zionistischer Geschichtsschreibung von Grund auf in Frage. Innerhalb Israels sprechen sich darüber hinaus kritische Intellektuelle nicht nur für einen Ausgleich mit den Palästinensern aus, sondern plädieren für einen nicht religiös definierten, Juden und Arabern gemeinsamen Staat.

Ein Forschungsprojekt zur jüdisch-islamischen Hermeneutik, in dem führende Judaisten und Islamwissenschaftler, islamische und jüdische Intellektuelle ihre Arbeit an der je eigenen Tradition in den Rahmen eines geteilten hermeneutischen und kulturtheoretischen Interesses stellen, könnte eine säkulare jüdisch-islamische Kulturkritik begleiten, die aus offensichtlichem Grund ein wissenschaftliches und politisches Desideratum darstellt. Solch eine Zusammenarbeit würde nicht nur - zumal jetzt und in Berlin - ein provokantes Zeichen setzen, sondern auch die ursprüngliche Bedeutung des jüdischen und islamischen Erbes für die europäische Kultur selbst unterstreichen.

2. Das Vorhaben

Das akademische Interesse an den hermeneutischen Strukturen der Überlieferung, Auslegung und Kanonisierung traditioneller Texte im Judentum wie im Islam steht im Zeichen einer zunehmenden Kritik daran, wie diese Narrative seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert politisch und nationalistisch vereinnahmt werden. Sowohl im wissenschaftlichen als auch im kulturpolitischen Sinne erscheint es sinnvoll, führende Forscher der Islamwissenschaften, Judaistik, Philosophie und Literaturwissenschaft zur Zusammenarbeit an der Hermeneutik klassischer jüdischer und islamischer Texte an einen Ort zu bitten, der für die Formierung einer neuen "jüdisch-islamischen Tradition" (Bernhard Lewis) offen ist. Dabei gilt es, bislang völlig getrennt stattfindende, ideologiekritische Forschungen zum Islam und Judentum, die in wesentlichen Aspekten im selben (durch die arabische Sprache geprägten) Kulturraum wurzeln, miteinander zu verknüpfen, damit die vielfältigen Wechselbeziehungen, Parallelen und Differenzen von jüdischen und muslimischen Traditionen in den Blick geraten. Es scheint absurd, dass Fächer wie die Islamwissenschaft, die Judaistik und auch die Wissenschaft des christlichen Orients personell und institutionell strikt voneinander getrennt werden, obwohl sie sich auf einen gemeinsam geographischen und kulturellen Gesprächsraum beziehen. Es ist nicht zuletzt Ausdruck einer intellektuell und politisch überholten Ideologie eines rein christlich-griechischen "Abendlandes", dass die Inhalte dieser Fächer von der allgemeinen Philosophie, Literaturwissenschaft und anderen "Hauptdisziplinen" weitgehend ausgeschlossen werden.

In Israel sowie in den Ländern der islamischen Welt gibt es heute ( aus vielfältigen, geschichtlich zum Teil plausiblen Gründen - kaum ein Bewusstsein davon, dass wesentliche Stränge der "eigenen" Denktraditionen dem gleichen Kulturraum angehören wie die Denktraditionen des "feindlichen Nachbarn". Das mehrjährige Projekt am Wissenschaftskolleg möchte eine internationale akademische Plattform für ein kritisches jüdisches und muslimisches Gegendenken schaffen, das besonders in den Ländern des Nahen Ostens keine gemeinsamen offenen Räume mehr kennt. Vor diesem Hintergrund ist dem Vorhaben - im Unterschied zu den wenigen existierenden Projekten und Buchveröffentlichungen, in denen jüdische und muslimische Phänomene innerhalb der arabischsprachigen Welt des Mittelalters im Zusammenhang studiert werden - ein kulturkritischer und damit politischer (wenn auch gewiss nicht tagespolitischer) Impuls wesentlich. Zudem nimmt das Projekt eine Tendenz auf und bemüht sich, sie zu verstärken, die sowohl unter jüdischen Wissenschaftlern und Judaisten einerseits wie auch unter muslimischen Intellektuellen und Islamwissenschaftlern andererseits zu erkennen ist, nämlich dass alte Grenzziehungen zwischen der eigenen und der "fremden" religiösen Tradition neu bedacht werden. Das Projekt will aktiv dazu beitragen, den Antagonismus einer Forschung "über" und einer Forschung "von" Muslimen beziehungsweise Juden zu überwinden.

3. Begründung

In Israel gibt es zwar heute eine freie öffentliche kulturkritische Diskussion, doch artikuliert sie sich notwendigerweise in Abgrenzung zur religiösen Tradition, die ihrerseits seit Gründung des Staates zunehmend nationalistisch besetzt erscheint. In der kritischen Arbeit an den literarischen und religiösen Quellen ist gegenwärtig eine zweifache Tendenz zu erkennen, die die uneingeschränkte Geltung der zionistischen Geschichtsschreibung in Frage stellt und die Marginalisierung aller nicht-jüdischen Kulturmomente zu revidieren verlangt. Kritische Historiker verstehen die Schriftkulturen des Mittelalters als offene Gesprächsräume, in denen islamische und jüdische (später auch christliche) Denker sich über die Philosophie und andere Wissenschaften verständigen. Sie konstruieren somit einen idealen Kulturraum, der nach dieser Blickrichtung erst in der Moderne national ein- und abgegrenzt worden sei. Es findet in Israel also eine verspätete und ganz eigene Kritik der Aufklärung statt, die den Universalismus der Moderne als Gewaltmoment liest, insbesondere in seiner Verkörperung der Nationalbewegungen des 19. Jahrhunderts, als dessen späte Version der Zionismus selbst zu verstehen sei. Der nationalen Vereinnahmung der religiösen Tradition wird eine national weitgehend ungebundene und deswegen in ihrer religiösen und politischen Selbstbestimmung autonomere Gesprächskultur der Prämoderne entgegengesetzt. Die Arbeit an der religiösen Traditionsliteratur wirft so ein kritisches Licht auf die politischen und kulturellen Engführungen der Moderne. Das Mittelalter erscheint in diesem gewaltkritischen Diskurs als kulturpolitische Inspiration, die mit den Reminiszenzen eines offenen und grenzüberschreitenden (jüdisch-islamisch-christlichen) Kulturraums bewusst spielt, ohne der Nostalgie anheim zu fallen.

Mit der Neubewertung mittelalterlicher pluralistischer Gesprächsräume verbindet sich eine Renaissance des deutsch-jüdischen Wissenschaftsethos, das im 19. und frühen 20. Jahrhundert zur Blüte eines "integrativen" wissenschaftlichen Ansatzes in der Arbeit an der jüdischen Traditionsliteratur selbst geführt hat. Eine Durchsicht etwa der wissenschaftlichen Beiträge in der "Monatsschrift für die Geschichte und Wissenschaft des Judentums" um die Wende zum 20. Jahrhundert zeigt, wie stark man sich ehemals für die Verschränkung von jüdischen, islamischen und christlichen Traditionen, besonders im Bereich der mittelalterlichen Philosophie und scholastischen Literatur, interessiert hat. In den letzten Jahren hat die deutsch-jüdische Tradition der "Wissenschaft des Judentums" unter israelischen Intellektuellen eine deutliche Renaissance erfahren. Über die historischen Fragestellungen hinaus geht damit eine aktive Rekonstruktion der Geisteshaltung einher, die sich mit dieser Wissenschaftstradition verbindet.

Von einer freien kulturkritischen Diskussion, innerhalb derer das politisch herrschende Selbstverständnis der eigenen Religion und Geistesgeschichte radikal in Frage gestellt wird, kann in der arabischen und generell der islamischen Welt längst nicht überall die Rede sein. Dennoch - und nicht zuletzt aufgrund der politisch oft bedrückenden Situation - wächst die Bereitschaft selbst innerhalb theologischer Kreise, festgefügte Lesarten der Tradition in ihrer Relativität kenntlich zu machen. Literaturwissenschaftler, Theologen und Kulturphilosophen beginnen, die religiösen Quellen des Islam gegen die Gewalt politischer Herrschaft zu lesen und so den Weg zu einer tiefgreifenden Säkularisierung der Hermeneutik wie auch der eigenen Lebenswelt zu öffnen. Die religiösen Quellen werden nicht mehr einfach nur reformatorisch umgedeutet oder neu gelesen, damit sie den Bedürfnissen und Realitäten der Zeit entsprechen, sondern im Gegenteil wird das Verhältnis zwischen überlieferten religiösen Denkmustern und der eigenen kulturpolitischen Wirklichkeit kritisch-theoretisch reflektiert. Damit löst sich die Arbeit an den traditionellen Texten aus ihrer apologetischen Bindung: Es geht nicht mehr darum, die Texte in Bezug auf zeitbedingte außertextuelle Forderungen oder Gegebenheiten zu legitimieren, sondern ihren intellektuellen, philosophischen und ästhetischen Reichtum mittels neuartiger Zugänge und Lesarten ins allgemeine Bewusstsein zu rücken.

Allerdings ist die Bereitschaft, die Wahrnehmung des eigenen Kulturraums soweit zu öffnen, dass auch die Traditionen der je anderen Religionen darin ihren Platz finden, in der jüdischen wie in der islamischen Welt noch immer wenig ausgeprägt. Die historischen und politischen Gründe hierfür liegen auf der Hand; sie haben mit der kolonialen Vergangenheit, der Gründung Israels und dem Rückbezug auf die Religion als identitätsstiftendes Moment zu tun: Wird auf der einen Seite die "Arabizität" der eigenen jüdischen Tradition verdrängt, wird auf der anderen Seite die eigene Geschichte "islamisiert", nur mehr als eine islamische Geschichte gedeutet: Seit die frühe Orientalistik die Religion als praktisch einzigen Wirkfaktor für die Geschichte und Gegenwart der muslimischen Länder behandelte und die Religion der Muslime zur Ursache ihrer Unterlegenheit und strukturellen Reformunfähigkeit erklärte, griffen muslimische Denker des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts ebenfalls auf die Religion zurück, um sich ideologisch zu verteidigen und die eigene Situation zu erklären, nur unter umgekehrten Vorzeichen - nicht der Islam, sondern die Abkehr von ihm wurde als der Grund der eigenen Krise bestimmt. In der Folge musste fast jegliches Reformdenken in der islamischen Welt sich bemühen, seine Forderungen als islamisch zu deklarieren. Erst in den letzten Jahren zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Autoren wie der in Paris lehrende Algerier Mohammed Arkoun, der Ägypter Nasr Hamid Abu Zaid oder der Iraner Abdolkarim Sorusch bestimmen vor jeweils völlig unterschiedlichem gesellschaftlichen und geistigen Hintergrund die Funktion der Religion neu (in gewisser Weise aber auch ganz traditionell), indem sie weite Bereiche der geistigen und gesellschaftlichen Lebens von ihrer theologischen Determination zu befreien suchen. Demokratie, um ein Beispiel zu nennen, wird nicht mehr unter Berufung auf den Islam eingefordert, vielmehr wird der gesamte Bereich der politischen Herrschaft dem Geltungsbereich der Religion entzogen oder allenfalls noch allgemein argumentiert, dass der Koran die Menschen zum rationalen und selbstverantwortlichen Handeln anhalte.

In der Arbeit an den Strukturen der Überlieferung und der Sanktionierung religiöser Texte verdient das Neben- und Miteinander von jüdischen, islamischen und christlichen Denktraditionen in dem arabisch geprägten Kulturraum von Südfrankreich bis Zentralasien besonderes Interesse. Aus den israelischen Curricula der "Jewish Studies" ist dieses kulturelle und geistige Neben- und Miteinander zugunsten eines begrenzten hermeneutischen Interesses auf die innerjüdischen textlichen Verhältnisse der jüdischen Traditionsliteratur weitgehend verdrängt worden. Die wenigen Versuche, die es in diese Richtung gibt, tragen die Etikettierung der "Interdisziplinarität" und "Interkulturalität". In den Curriculi fast aller arabischer oder iranischer Universitäten ist eine solche Ausrichtung schon aus unmittelbar außenpolitischen Gründen derzeit nicht vorstellbar.

Das Projekt versteht sich als die Schaffung eines neuen Ortes für ein direktes gegenseitiges Lernen über die Strukturen jüdischer und islamischer, aber auch orientalisch-christlicher Überlieferungen. Der Blick auf das Christentum ist von wesentlicher Bedeutung für die gegenwärtige selbstkritische Arbeit an einer neuen jüdischen Historiographie, weil sie das Judentum nicht mehr als den Ursprung und das Zentrum aller "monotheistischen" Religionen darstellt; für die Kritik am herrschenden religiösen Diskurs in der islamischen Welt ist er wichtig, weil dieser Diskurs sich auch als Reaktion auf die Kritik "christlicher" Orientalisten herausgebildet hat. Der Fokus des Projekts liegt jedoch auf dem jüdisch-muslimischen Gespräch über Strukturen der klassischen Textauslegung, das auf Grund der zentralen Rolle des Christentums als Vermittler der europäischen Aufklärung in der Moderne kaum je wirklich versucht worden ist.

Sowohl die zeitgenössische Diskussion der jüdischen Hermeneutik wie auch die muslimischer Reformdenker orientiert sich nicht blind an den Paradigmen der christlichen Aufklärung, deren hermeneutische Voraussetzungen der historisch begründeten Religionskritik voriger Jahrhunderten angehören und deren zentrale Begriffe längst in den Strudel einer radikalen Kritik geraten sind. Säkularisierung ist ein Faktum, hinter das auch ein religiöser Diskurs nicht zurückfallen kann, bei dem er aber ebenso wenig stehen bleiben muss. Die Kritik der Moderne, die insbesondere in der deutschen und französischen philosophischen Kritik des zwanzigsten Jahrhunderts formuliert worden ist, findet innerhalb jüdischer und muslimischer Kulturen einen wesentlichen Bezugspunkt in den partikularistischen Texttraditionen. Eben diese Kraft auf reflektierte Weise freizusetzen, obliegt der gemeinsamen Arbeit im Rahmen des Projekts. So wird im jüdischen Denken immer häufiger darauf hingewiesen, dass der Zionismus sich nicht nur einer jahrtausendealten religiösen Sehnsucht nach der "Rückkehr nach Zion" verdankt, sondern vor allem den europäischen Nationalstaatenbewegungen im 19. Jahrhundert. Ähnlich begreifen die islamischen Reformdenker in Iran, in Indien oder auch in Ägypten die Ideologisierung und Politisierung der Religion als einen spezifisch modernen Prozess, gegen den sie sich - selbst auf dem Boden der Moderne stehend, aber ihr nicht naiv huldigend - wenden. Der religiöse Fundamentalismus wird als ein Bestandteil der Moderne erkannt und damit in den Kontext der großen sozialgeschichtlichen Phänomene der Nationalstaatsbildung, des Kolonialismus, des Totalitarismus und des Faschismus gestellt (wenn auch gewiss nicht mit diesen in eins gesetzt).

4. Ziele

Die (erneute) Inblicknahme des jüdisch-arabischen Kultur- und Gesprächsraums möchte der Judaistik und Islamwissenschaft, der religions- und literaturwissenschaftlichen Forschung, vor allem aber den kulturkritischen Diskussionen innerhalb der jüdischen und islamischen Welt Anstöße geben. Schon die bisher selten mögliche, persönliche Begegnung von Wissenschaftlern aus der jüdischen und islamischen Welt wäre die Anstrengung des hier skizzierten Projektes wert: Kritische, in ihrer Heimat durchaus umstrittene Intellektuelle und Theologen könnten hier den inhaltlichen Rahmen für eine gemeinsame Arbeit finden, für die es im Nahen Osten zur Zeit keinen Ort gibt. Berlin erscheint hierfür in besonderer Weise geeignet: Hier ließe sich eine Plattform des arabisch-jüdischen Gesprächs schaffen, das die europäisch-christliche Tradition als Teil seines eigenen Erbes einbezöge und nicht nur auf den Nahen und Mittleren Osten ausstrahlte, sondern auch auf Europa und die Vereinigten Staaten, die heute in vielen Feldern der Judaistik und Islamwissenschaft führend sind. Für die philosophische Diskussion der Hermeneutik in Deutschland, die unter griechisch-christlichen Vorzeichen geführt wird, wäre diese Art von Inblicknahme der jüdischen und islamischen literarischen Traditionen eine einzigartige Bereicherung, die sich auf lange Sicht in den akademischen Disziplinen der Philosophie, der Literaturwissenschaft und den Geisteswissenschaften allgemein niederschlagen könnte. Ein längerfristiges Ziel des Projekts zur islamischen und jüdischen Hermeneutik am Wissenschaftskolleg zu Berlin wäre die Integration eben dieser Traditionen in die Curricula der Kultur- und Geisteswissenschaften an den deutschsprachigen Universitäten.

5. Themen

Folgende Forschungsschwerpunkte zum Thema jüdische und islamische Hermeneutik bieten sich als Grundlage einer mehrjährigen wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Islamwissenschaftlern, Judaisten, Philosophen und Literaturwissenschaftlern an:

  • Schrift und Kanon
  • Liturgie, Gebet, Ikonographie, Poetik und musikalische Ästhetik
  • Traditionelle Exegese
  • Muslimische und Jüdische Theologie und Philosophie des Mittelalters
  • Halakha und Fiqh - Kanonisierung des Rechts
  • Sufismus und jüdische Mystik
  • Ausgang zur Moderne: Die Politik der Hermeneutik und die Hermeneutik der Politik

Im akademischen Jahr 2002/2003 nimmt das Projekt seine Arbeit zu den Themen Rezitation und Ästhetik sowie Schrift und Exegese auf.

6. Organisation

Das Vorhaben Jüdische und islamische Hermeneutik als Kulturkritik ist ein Projekt des Arbeitskreises Moderne und Islam des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Es wurde von Dr. Almut Bruckstein und Dr. Navid Kermani initiiert. Das Projekt wird derzeit von Dr. Almut Bruckstein und Professor Dr. Angelika Neuwirth geleitet und aus Mitteln der Fritz Thyssen Stiftung gefördert.

Dem Projektgremium gehören an:

- Professor Dr. Nasr Hamid Abu Zaid (Universität Utrecht)
- Professor Dr. Daniel Boyarin (University of California at Berkeley)
- Dr. Almut Sh. Bruckstein (Humboldt-Universität Berlin)
- Professor Dr. Yehuda Elkana (Rektor, Central European University, Budapest)
- Professor Dr. Moshe Halbertal (Hebrew University, Jerusalem)
- Dr. Navid Kermani (Köln)
- Professor Dr. Dr.h.c. Wolf Lepenies (Wissenschaftskolleg zu Berlin)
- Professor Dr. Abdelkader Tayob (Institut for the Study of Islam in the Modern World, Leiden)
- Professor Dr. Christoph Markschies (Universität Heidelberg)
- Professor Dr. Angelika Neuwirth (Freie Universität Berlin)
- Professor Dr. Peter Schäfer (Princeton University)
- Professor Dr. Stefan Wild (Universität Bonn)

7. Arbeitsberichte

Report of the Workshop: Scripture beyond the Written Word
June 13-15, 2002 at the Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Istanbul

Report of the Workshop Mysterium Tremendum: Horror and the Aesthetics of Religious Experience
Held at the Wissenschaftskolleg zu Berlin, 12 - 15 December 2002

Report of the Summer Academy: The Hermeneutics of Border. Canon and Community in Judaism, Christianity and Islam
Held at the Wissenschaftskolleg zu Berlin, 3 - 13 August 2003

Bericht des Symposiums: Historische Sondierungen und methodische Reflexionen zur Korangenese - Wege zur Rekonstruktion des vorkanonischen Koran
Berlin, 21. - 25. Januar 2004