Finanzielle Regelungen

Das Wissenschaftskolleg wird aus öffentlichen Mitteln finanziert, über deren Verwendung die Rektorin Rechenschaft ablegen muss. Die Rektorin schließt mit jedem Fellow vor dessen Ankunft eine individuelle Vereinbarung ab, in der die spezifischen Bedingungen des Aufenthalts einver­nehmlich festgelegt werden. Diese Vereinbarung wird vom Sekretar des Wissenschaftskollegs vor­bereitet, der für Rückfragen gerne zur Verfügung steht.

Die finanzielle Vereinbarung zielt darauf ab, den eingeladenen Fellows den Aufenthalt ohne Ein­bußen ihrer Einkünfte zu ermöglichen. Da das Wissenschaftskolleg selbst nur über begrenzte Mittel verfügt, werden auch die Heimateinrichtungen schon im Vorfeld in die Verhandlungen einbezogen: Alle Fellows werden deshalb gebeten, darauf hinzuwirken, dass ihre Heimateinrichtung oder eine andere Institution ihr Gehalt ganz oder teilweise übernimmt. Eine weitere Möglichkeit der Beteili­gung ist die Nutzung eines Forschungsfreisemesters.

  1. Erfahrungsgemäß ist die Beurlaubung unter Fortzahlung der vollen Bezüge die geeignetste Lösung. In der Regel werden Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer auf ihren Antrag hin für die Dauer ihrer Tätigkeit am Wissenschaftskolleg von den Verpflichtungen an ihrer Hoch­schule freigestellt. Soweit erforderlich, erstattet das Wissenschaftskolleg – im Rahmen der Höchstgrenze von € 60.000 – die Kosten für eine Vertretung. Die Ver­tretung sollte mög­lichst als Gelegenheit verstanden werden, jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftlern mit den Mitteln des Wissenschaftskollegs Lehrerfahrung zu verschaffen. Das Wissenschaftskolleg ist sich bewusst, dass eine Beteiligung der Heimateinrichtung nicht immer möglich ist, sei es aufgrund der Gehaltsstruktur im Herkunftsland, sei es aufgrund der individuellen Situation des Fellows. In diesen Fällen erhalten Fellows für die Dauer ihres Auf­enthalts in Berlin ein Stipendium. Fellows aus Wissenschaftsregionen mit stark von internationalen Standards abweichenden Gehaltsgefügen bietet das Wissenschaftskolleg ein auskömmliches Stipendium an. Das Stipendium ist in Deutschland steuerfrei. Es obliegt den Fellows zu klären, ob diese Steuerfreiheit auch in ihrem Heimatland anerkannt wird. Nebeneinkünfte der Fellows und das Gehalt des Partners oder der Partnerin können grundsätzlich nicht ein­bezogen werden. Für die Festsetzung des Stipendiums benötigt das Wissenschaftskolleg eine Bescheinigung über das Gehalt im Jahr vor der Fellow­ship.
  2. Die Fellowship des Wissenschaftskollegs begründet kein Arbeitsverhältnis. Aus diesem Grund besteht keine Sozialversicherungspflicht; dementsprechend leistet das Wissenschafts­kolleg keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung.
  3. Fellows, die mit ihrem gesamten Gehalt an das Wissenschaftskolleg kommen, erhalten ein Zusatz­stipendium von € 750/Monat. Das Gleiche gilt für Fellows, für die das Wissen­schafts­kolleg nur geringe Vertretungskosten leistet (höchstens 25% des Bruttoeinkommens).
  4. Emeritae und Emeriti, die mit ihren vollen Pensionsbezügen ans Wissenschaftskolleg kom­men, erhalten gleichfalls ein Stipendium von € 750/Monat zur Deckung der lokalen Kosten. Nebeneinkünfte, die durch Lehraufträge o. Ä. nach der Emeritierung erzielt werden, können nicht berücksichtigt werden.
  5. Wenn die Heimateinrichtung das Gehalt nur teilweise übernehmen kann, erhalten die Fellows vom Wissenschaftskolleg ein Stipendium, das die Ein­kommensdifferenz kompensieren soll und gegebenenfalls auch andere Besonderheiten des Einzelfalls berücksichtigt.
  6. Das Wissenschaftskolleg übernimmt die Kosten der An- und Abreise für Fellows. Die Reise­kosten von Partnerinnen oder Partnern sowie von im Haushalt lebenden Kindern bis zum voll­endeten 20. Lebensjahr werden – im Rahmen gewisser Obergrenzen – einmalig übernommen, wenn die Dauer der Fellowship mindestens drei Monate beträgt. Flüge werden in der Regel vom Wissenschaftskolleg gebucht und bezahlt; bei Selbstbuchern werden die Kosten bis zur Höhe des günstigsten Tickets in der Economy Class erstattet. Bei Anreise mit dem Auto wird eine Pauschale von € 0,20 pro Kilometer bezahlt. Die Kosten für Bahntickets werden erstattet. Ab einer Aufenthaltsdauer von drei Monaten erstattet das Wissenschafts­kolleg die Kosten für den Transport von Arbeitsmaterialien und Reisegut bis zu einer Obergrenze, deren Höhe vom Herkunftsland und der Anzahl der begleitenden Familienange­hörigen abhängt.
  7. Alle ausländischen Fellows werden gebeten zu klären, inwieweit ihre Krankenversiche­rung Versicherungsschutz bei Auslandsaufenthalten erbringt. EU-Bürger sind in der Regel mit der Europäischen Versicherungskarte (EHIC) europaweit krankenversichert. Wenn die Kranken­versicherung keine ausreichenden Leistungen für die Zeit des Aufenthalts am Wissenschafts­kolleg garantiert, kann das Wissenschaftskolleg Fellows und ihre unmittel­baren Angehörigen über einen Gruppenvertrag bei der EUROPA Krankenversicherung AG versichern.
  8. Das Wissenschaftskolleg empfiehlt den Abschluss einer Haftpflichtversicherung, die auch eventuelle Schäden an der Mietwohnung oder der Wohnungseinrichtung abdeckt. Eine ent­sprechende Versicherung können die Fellow-Dienste nach der Ankunft vermitteln.