Finanzielle Regelungen

Das Wissenschaftskolleg wird im Wesentlichen aus öffentlichen Mitteln finanziert, über deren Verwendung der Rektor Rechenschaft ablegen muss. Der Rektor schließt mit jedem Fellow vor dessen Ankunft eine individuelle Vereinbarung ab, in der die spezifischen Bedingungen des Aufenthalts einvernehmlich festgelegt werden. Diese Vereinbarung wird vom Sekretär des Wissenschaftskollegs vorbereitet, der für Rückfragen gerne zur Verfügung steht.

Die finanzielle Vereinbarung zielt darauf ab, den eingeladenen Fellows den Aufenthalt ohne Einbußen ihrer Einkünfte zu ermöglichen. Das Prinzip „no gain, no loss“ ist für die Vereinbarungen leitend. Da das Wissenschaftskolleg selbst nur über begrenzte Mittel verfügt, werden auch die Heimateinrichtungen schon im Vorfeld in die Verhandlungen einbezogen: Alle Fellows werden deshalb gebeten, darauf hinzuwirken, dass ihre Heimateinrichtung oder eine andere Institution ihr Gehalt ganz oder teilweise übernimmt.

  1. Erfahrungsgemäß ist die Beurlaubung unter Fortzahlung der vollen Bezüge die günstigste Lösung. In der Regel werden Hochschullehrer auf ihren Antrag hin für die Dauer ihrer Tätigkeit am Wissenschaftskolleg von den Verpflichtungen an ihrer Hochschule freigestellt. Soweit erforderlich, kann das Wissenschaftskolleg – im Rahmen der Höchstgrenze – die Kosten für eine Vertretung bis zur Höhe des Gehalts des Fellows erstatten. Die Vertretung sollte möglichst als Gelegenheit verstanden werden, jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit den Mitteln des Wissenschaftskollegs Lehrerfahrung zu verschaffen.
  2. Das Wissenschaftskolleg ist sich bewusst, dass eine Beteiligung der Heimateinrichtung nicht immer möglich ist, sei es aufgrund der Gehaltsstruktur im Herkunftsland, sei es aufgrund der individuellen Situation des Fellows. In diesen Fällen erhalten Fellows für die Dauer ihres Aufenthalts in Berlin ein Stipendium, das sich an ihrem bisherigen Gehalt bzw., falls dies ein für Berliner Verhältnisse unangemessener Maßstab ist, an deutschen Universitätsgehältern orientiert. Das Stipendium ist in Deutschland steuerfrei. Es obliegt den Fellows zu klären, ob diese Steuerfreiheit auch in ihrem Heimatland anerkannt wird. Nebeneinkünfte der Fellows und das Gehalt des Partners oder der Partnerin können grundsätzlich nicht einbezogen werden. Für die Festsetzung des Stipendiums benötigt das Wissenschaftskolleg eine Bescheinigung über das Gehalt im Jahr vor der Fellowship.
    Die Fellowship des Wissenschaftskollegs begründet kein Arbeitsverhältnis. Aus diesem Grund besteht keine Sozialversicherungspflicht; dementsprechend leistet das Wissenschaftskolleg keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung.
  3. Fellows, die mit ihrem gesamten Gehalt oder ihren vollen Pensionsbezügen an das Wissenschaftskolleg kommen, erhalten ein Zusatzstipendium von €750/Monat. Das gleiche gilt für Fellows, für die das Wissenschaftskolleg nur geringe Vertretungskosten leistet (höchstens 25% des Bruttoeinkommens).
  4. Wenn die Heimateinrichtung das Gehalt nur teilweise übernehmen kann (z. B. für ein Sabbatical), erhalten die Fellows vom Wissenschaftskolleg ein Stipendium, das die Einkommensdifferenz kompensieren soll und gegebenenfalls auch andere Besonderheiten des Einzelfalls berücksichtigt.
  5. Das Wissenschaftskolleg übernimmt die Kosten der An- und Abreise für Fellows. Die Reisekosten von Partnern oder Partnerinnen sowie von im Haushalt lebenden Kindern bis zum vollendeten 20. Lebensjahr werden – im Rahmen gewisser Obergrenzen – einmalig übernommen, wenn die Dauer der Fellowship mindestens drei Monate beträgt. Flüge werden in der Regel vom Wissenschaftskolleg gebucht und bezahlt; bei Selbstbuchern werden die Kosten bis zur Höhe des günstigsten Tickets in der Economy Class erstattet. Bei Anreise mit dem Auto wird – bis zur Höchstgrenze von € 130 – eine Pauschale von € 0,20 pro Kilometer bezahlt. Die Kosten für Bahntickets werden erstattet. Ab einer Aufenthaltsdauer von drei Monaten erhalten Fellows eine Kostenpauschale für den Transport von Arbeitsmaterialien und Reisegut, deren Höhe vom Herkunftsland und der Anzahl der begleitenden Familienangehörigen abhängt.
  6. Alle ausländischen Fellows werden gebeten zu klären, inwieweit ihre Krankenversicherung Versicherungsschutz bei Auslandsaufenthalten erbringt. EU-Bürger sind in der Regel mit der Europäischen Versicherungskarte (EHIC) europaweit krankenversichert. Wenn die Krankenversicherung keine ausreichenden Leistungen für die Zeit des Aufenthaltes am Wissenschaftskolleg garantiert, kann das Wissenschaftskolleg Fellows und ihre unmittelbaren Angehörigen über einen Gruppenvertrag bei der EUROPA Krankenversicherung AG versichern.
  7. Das Wissenschaftskolleg empfiehlt den Abschluss einer Haftpflichtversicherung, die auch eventuelle Schäden an der Mietwohnung oder der Wohnungseinrichtung abdeckt. Eine entsprechende Versicherung können die Fellow-Dienste nach der Ankunft vermitteln.