Themen und Vorhaben

Neben den bisher erbrachten wissenschaftlichen Leistungen sind die Qualität und das Potenzial der eingereichten Forschungsskizze von zentraler Bedeutung für die Aus­wahlentscheidung und zugleich Gegenstand der Begutachtung. Alle Bewerberinnen und Bewerber müs­sen eine Projektskizze des Forschungsvorhabens einreichen, welches sie in Berlin zu verfolgen gedenken.

Fellows sind frei in der Wahl ihrer Vorhaben für den Aufenthalt am Wissenschaftskol­leg; Vorgaben des Instituts durch Jahresthemen o. Ä. werden nicht gemacht. Die mit der Bewer­bung vorgelegten Forschungsprojekte brauchen keinen direkten Berlin-Bezug aufzuweisen, aber sie müssen in Residenz durchzuführen sein.

Inter- oder multidisziplinäre Forschung ist inzwischen weit verbreitet – in der Tat stellt sie die neue Normalität dar. Daher kann der inter- oder multidisziplinäre Ansatz nicht mehr als Wert an sich betrachtet werden, sondern stellt nur dann einen Wert dar, wenn er zu einer interessanten Überprüfung einer disziplinären (oder multidisziplinären) Fragestellung führt.

Bei ansonsten gleicher Qualität einer Bewerbung wird dasjenige Arbeitsvorhaben be­vorzugt, das sich noch am Anfang befindet und folglich von einer Phase der ergeb­nis­offenen For­schung noch in stärkerem Maße profitieren kann. Die Beschrei­bung des Forschungsvorhabens soll zugleich aber Anhaltspunkte liefern, wie und nach welchen Kriterien vorgegangen wird.

Wenn Interessierte sich gemeinsam einem Vorhaben zuwenden wollen, können auch Vor­schläge zur Bildung von kleinen Teams eingereicht werden. Das Wissenschaftskolleg begrüßt Schwerpunkt­grup­pen, in deren Rahmen komplexe Fragen neu erschlos­sen oder aufgearbei­tet, oder gesellschaftlich relevante und in anderen Zusammen­hän­gen vernachlässigte The­men behandelt werden.