Auswahlkriterien

Jeder Kandidat und jede Kandidatin wird auf der Grundlage der individuellen Leistung be­wertet. Bei der einzelnen Bewerbung geht es um die bisher erbrachten wissen­schaft­lichen Leistungen, die Qualität des eingereichten Projektvorschlags und um die Fähig­keit der Be­werberinnen und Bewerber zum multidisziplinären Gespräch.

Disziplinspezifische Bewertungskriterien sind für die Beurteilung des bisherigen wis­sen­schaftlichen Werdegangs maßgeblich (Artikel in Erstautorschaft, Publikation in welchen Journalen, Zitationen, wissenschaftliche Preise, Mitgliedschaften usw.). In den Geisteswis­senschaften und in allen Disziplinen, in denen die Monografie eine wichtige Rolle spielt, werden insbesondere diese großen Veröffentlichungen intensiv begut­achtet.

Die Beurteilungskriterien sind der jeweiligen Karrierestufe angepasst: Für junge Wis­sen­schaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geistes- und den Rechtswissen­schaften spielt die Qualität der ersten großen Publikationen eine wichtige Rolle; bei den bereits etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern lautet die Frage in stärkerem Maße, wie prä­gend ihr Einfluss auf das jeweilige Fach ist oder gewesen ist. Hierbei wird auch die internati­onale Rezeption der bisherigen Forschungsarbeit berücksichtigt.

Unabhängig von der Karrierestufe wird das Projekt danach beurteilt, inwiefern es sich von der bisherigen Forschungsarbeit der Bewerberinnen und Bewerber abhebt, wo es neue Wege einzuschlagen versucht, wie eng umgrenzt die Fragestellung innerhalb des jeweiligen Faches ist. Es gibt keine Bevorzugung interdisziplinärer Projektskizzen. Die Bearbeitung einer sehr kleinen Forschungsparzelle innerhalb einer Disziplin ist aller­dings nachteilig.

Der reflektierte Vorschlag neuer Thesen oder Theorieansätze wird gegenüber der Repro­duk­tion und Anwendung von Theoriemoden begrüßt; dabei soll es immer auch Raum für Unzeit­gemäßes geben.

Da es im Interesse des Wissenschaftskollegs ist, eine intellektuell diverse Gruppe mit Vertre­terinnen und Vertretern unterschiedlicher Disziplinen wie Wissenschaftskulturen und -sys­teme zusam­menzustellen, werden auch Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler aus Ländern und Universitäten eingeladen, die nicht dieselbe internationale Sichtbarkeit besit­zen wie die führenden „westlichen“ Wissenschaftsinstitutionen und -systeme. Kriterium der Auswahl ist hier die Stellung der Bewerberin oder des Bewer­bers in der nationalen Wissen­schaftslandschaft.