© Bartek Molga

2019/2020

Jaroslaw Kuisz, Ph.D.

Senior Lecturer of Law, journalist

Universität Warschau

Born in 1976 in Warsaw
Studied Law and Philosophy at the University of Warsaw


Arbeitsvorhaben

The End of the Occupation Mentality: Selected Aspects of the Political, Legal and Cultural History of Poland Since 1989

For the first time in two centuries, a generation of Poles was born and came of age in an independent country. This fact, which has not yet been fully appreciated, has enormous consequences for Polish culture and politics. Moreover, the myth of the West as the Promised Land, which reigned in Poland's social imagination in the post-communist period after 1989, has faded. The future of politics in Poland, therefore, is radically undetermined, which made the victory of illiberal populists possible. In my project, I would like to examine various aspects of the end of the occupation mentality in Poland.

Recommended Reading

Kuisz, Jaroslaw. "The Two Faces of European Disillusionment: An End to Myths About the West and the East." Eurozine (April 1, 2019).
-. "Against Liberal Defeatism." The New York Times (December 30, 2018), with Karolina Wigura.
-. Legal Aspects of the August Agreements in Poland (1980-1981). Warsaw: Wydawnictwo Trio, 2009 (in Polish).

Dienstagskolloquium , 19.11.2019

Dreißig Jahre nach dem Sturz des Kommunismus: Das Ende der Besatzungsmentalität?

Während die Feiern zum Sturz des Kommunismus vor dreißig Jahren zu Ende gehen, haftet dem Gedenken in den postkommunistischen Ländern ein bittersüßer Geschmack an. Einerseits wird das Ende des Kommunismus offiziell gefeiert. Die Bürgerinnen und Bürger werden daran erinnert, wie wichtig es war, die politische Freiheit wiederzuerlangen - neben dem enormen wirtschaftlichen Erfolg. Auf der anderen Seite war 2019 ein deutlicher Mangel an Euphorie zu bemerken, und das nicht ohne Grund.

Die Feierlichkeiten wurden von oft wiederholten Schlüsselwörtern begleitet - "Populismus", "Rechtsextremismus", "illiberale Demokratie" und sogar "Autoritarismus". Neben anderen mittel- und osteuropäischen Ländern gibt Polen besonders Anlass zur Sorge wegen der nationalistisch-populistischen Regierung der PiS ("Recht und Gerechtigkeit"), die seit 2015 an der Macht ist.

Die meisten Versuche, die erstaunlichen politischen Entwicklungen in Polen zu erklären, beziehen sich entweder auf die kommunistische Vergangenheit des Landes und darauf, dass seine Demokratie noch als jung und instabil gilt, oder sie ziehen sehr viel umfassendere Prozesse wie etwa die Globalisierung oder Europäisierung zur Erklärung heran. Dagegen schenkt man historischen Erklärungsmodellen viel weniger Aufmerksamkeit - was bedeutet, dass neben der Konzentration auf das Neue, auf Veränderung und Diskontinuität die offenkundigen, aber unterschätzten Kontinuitäten eher in den Hintergrund treten.

Wir können mehr Licht in die aktuelle Krise der Demokratie bringen, wenn wir die Rechts- und institutionelle Geschichte Polens im Kontext der longue durée untersuchen. Diese Gepflogenheiten, die über mehr als nur ein paar Jahrzehnte wirkten, beeinflussten nicht nur die politischen Erben unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Kommunismus stark, sondern funktionierten auch als kultureller "Filter" in Bezug auf alles, das nach 1989 aufgebaut wurde.

Ich konzentriere mich auf Polens zyklischen Souveränitätsverlust, der 1795 begann; dann möchte ich die politischen Konsequenzen von zwei interessanten Prozessen diskutieren. Erstens: Welche Auswirkungen haben diese zwei Jahrhunderte verlorener Souveränität auf die kollektive Identität und das politische Handeln des heutigen Polens? Zweitens: Worin liegt die politische Bedeutung der Tatsache, dass jetzt zum ersten Mal seit dem 18. Jahrhundert eine Generation lebt, die in einem unabhängigen Polen geboren, aufgewachsen und gereift ist?


Publikationen aus der Fellowbibliothek

Kuisz, Jaroslaw ( Warszawa, 2019)
Lud kontra demokracja : dlaczego nasza wolność jest w niebezpieczeństwie i jak ją ocalić People vs. democracy

Kuisz, Jaroslaw ( Warszawa, 2019)
Jak kończy się demokracja How democracy ends

Kuisz, Jaroslaw ( [s.l.], 2019)
The two faces of European disillusionment : an end to myths about the West and the East

Kuisz, Jaroslaw ( Warszawa, 2018)
Koniec liberalizmu, jaki znamy : requiem dla polityki tożsamości Once and future liberal

Kuisz, Jaroslaw ( Warszawa, 2018)
Przyszłość wolności : demokracja nieliberalna w Stanach Zjednoczonych i na świecie Biblioteka Kultury Liberalnej ; 7

Kuisz, Jaroslaw ( Warszawa, 2018)
Koniec pokoleń podległości : młodzi Polacy, liberalizm i przyszłość państwa Biblioteka Kultury Liberalnej ; 11

Kuisz, Jaroslaw ( Warszawa, 2018)
Nowy liberalizm : jak zrozumieć i wykorzystać kryzys III RP Biblioteka Kultury Liberalnej ; 9

Kuisz, Jaroslaw ( Warszawa, 2017)
Co to właściwie jest ten dżender? : I inne felietony Biblioteka Kultury Liberalnej ; 6

Kuisz, Jaroslaw ( Warszawa, 2016)
Nie dla zysku : dlaczego demokracja potrzebuje humanistów Biblioteka Kultury Liberalnej ; 4

Kuisz, Jaroslaw ( Berlin, 2016)
Ende eines Mythos : Polen, Ostmitteleuropa und das Bild vom Westen


Dienstagskolloquium19.11.2019

Thirty Years Since the Fall of Communism: End of the Occupation Mentality?

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Diskussion27.11.2019

19 89 19 - Thirty Years after the Round Tables

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