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2019/2020

Xóchitl Bada, Ph.D.

Associate Professor of Latin American and Latino Studies

University of Illinois at Chicago

Born in 1972 in Veracruz, Mexico
Studied International Relations at the Universidad Nacional Autónoma de México; Political Science at The New School for Social Research, New York; Social Sciences at The University of Chicago; and Sociology at the University of Notre Dame


Arbeitsvorhaben

Transnational Approaches to Immigrant Labor Rights Advocacy

As migrant populations across the globe continue to cross borders and immigrant communities become established with and without documentation, both origin and destination countries are now involved in managing immigrants. State and local governments frequently enact domestic laws expanding or contracting immigrant rights. Consequently, in the last 30 years, immigrant advocacy organizations have demanded protections in various areas, including employment, health, and education. The strategies these organizations employ transcend the geographical container of states as they push government bureaucracies to be accountable to the needs of these populations. The relationships these organizations establish on various government scales in the countries of origin and reception to challenge systems of governance are not well understood.
Taking Mexico and the United States as entry points and using a comparative frame, this project addresses empirical case studies ranging from domestic labor rights enforcement practices to transnational labor advocacy. I analyze support and pressure tactics in transnational migrant civil society organizations and how these practices are constituted on different scales, ranging from the local to the transnational. The study design offers equal importance to government bureaucracies, subnational diplomacy, worker centers, labor unions, and other migrant-serving nonprofits. By focusing on the strategies that these organizations pursue to expand their influence across borders, I question the meaning of associating effective communicative power with civil society forums that do not necessarily correlate with sovereign states. I aim to identify challenges arising from transnational public spheres with distinctive institutional actors in labor rights arenas in which the interlocutors are not fellow members of a political community, but are constantly attempting to gain equal rights.

Recommended Reading

Bada, Xóchitl and Shannon Gleeson, eds. Accountability Across Borders: Migrant Rights in North America. Austin: University of Texas Press, 2019.
Feldmann, Andreas E., Xóchitl Bada, and Stephanie Schütze, eds. New Migration Patterns in the Americas: Challenges for the 21st Century. New York: Palgrave Macmillan, 2019.
de Graauw, Els, Shannon Gleeson and Xóchitl Bada. "Local Context and Labour-Community Immigrant Rights Coalitions: A Comparison of San Francisco, Chicago, and Houston." Journal of Ethnic and Migration Studies 28 January 2019. doi: 10.1080/1369183X.2018.1556454.

Dienstagskolloquium , 26.11.2019

Grenzübergreifende Arbeitnehmerrechte: Die Einbindung des Ursprungslands auf lokaler Ebene

Arbeitsmigranten im Niedriglohnsektor erleben prekäre Beschäftigungsverhältnisse und kämpfen um einen Zugang zum Schutz ihrer Grundrechte als Arbeitnehmer. Dies gilt vor allem für die fünf Prozent der im Ausland geborenen Arbeitskräfte in den USA, die sich unerlaubt im Land aufhalten - trotz der Tatsache, dass die Arbeitsgesetzgebung allen Beschäftigten dieselben Arbeitnehmerrechte zuspricht, und zwar unabhängig von ihrem legalen Aufenthaltsstatus. Derzeit halten sich illegale Arbeitsmigranten im Schnitt 15 Jahre ununterbrochen in den Vereinigten Staaten auf und sind auf prekäre Arbeitsmärkte und Beschäftigungen mit schwachen oder nicht vorhandenen Durchsetzungsmechanismen für ihre Rechte beschränkt. Zu diesen prekären Verhältnissen trägt eine Abwärtsspirale der Löhne in sehr wettbewerbsorientierten Sektoren bei, dazu kommen ein starker Rückgang der gewerkschaftlichen Organisation der Beschäftigten und unzureichende Ressourcen zur Durchsetzung grundlegenden Schutzes hinsichtlich des Lohns und der Arbeitszeit, Schutz vor Diskriminierung, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Das Entscheidende ist jedoch, dass die permanente Angst vor Abschiebung die Opfer davon abhält, die Missstände den Behörden zu melden. Realität ist: Zahlreiche Branchen, in denen sehr viele Einwanderer arbeiten, sind abhängig von der schlechtbezahlten und äußerst prekären Arbeit, die diese Menschen leisten, etwa das Hotel- und Gaststättengewerbe, Pflegeberufe, die Logistik des Onlinehandels, die Landwirtschaft und das Baugewerbe. Sogar befristete Arbeitskräfte mit einer Arbeitserlaubnis müssen darum kämpfen, Zugang zu Arbeitsschutzmaßnahmen zu bekommen.

Im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte hat die amerikanische Einwanderungspolitik das Erstarken zweier gegensätzlicher Kräfte erlebt. Einerseits haben die Vereinigten Staaten die Rechte der Einwanderer eingeschränkt. Als Reaktion darauf setzte sich andererseits eine wachsende Zahl zivilgesellschaftlicher Organisationen für schlecht bezahlte Arbeitsmigranten ein, die der Ausbeutung vollkommen schutzlos ausgesetzt sind. In diesem Kampf wurden Instrumente der globalen Steuerung wie die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen (kurz: UN-Wanderarbeiterkonvention) herangezogen, um für die Ausweitung der Einwandererrechte einzutreten. Dabei hat sich die UN-Wanderarbeiterkonvention, auch wenn sie nicht verbindlich ist und noch der Ratifizierung harrt, als nützlich für die Beeinflussung nicht verbindlicher, regionaler Prozesse erwiesen, etwa für das Nebenabkommen zu Arbeitsrechten im Rahmen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA). So trug die Konvention zur Entwicklung und Verbreitung neuer vorbildlicher Methoden im Umgang mit den Rechten von Arbeitsmigranten bei allen Handelsabkommen bei.

In meinem Kolloquium möchte ich die größten Schwierigkeiten im derzeitigen amerikanischen System der Regulierung von Arbeit zusammenfassen und Sie mit dem empirischen Hintergrund des Buchs vertraut machen, an dem ich gerade arbeite. Darin befasse ich mich mit der transnationalen Steuerung von Migrantenrechten auf der Mesoebene. Ich wähle Mexiko und die USA als Ausgangspunkte und greife in meiner Forschung auf empirische Fallstudien zurück, deren Themen von der Durchsetzung der Rechte von Hausangestellten in den Vereinigten Staaten reichen bis hin zu Interessensvertretungen, die die Rechte von Arbeitnehmern auf transnationaler Ebene vertreten. Der institutionelle Schwerpunkt liegt auf der lokalen Dynamik, die durch die transnationale Umsetzung von Arbeitsrechten in Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren entsteht. Ich möchte analysieren, wie Organisationen strategischen Druck auf verschiedene staatliche Bürokratien ausüben, um die Rechte der Arbeitsmigranten in Mexiko und den USA zu verteidigen. In meinem Buch untersuche ich detailliert die vielfältigen Strategien, mit denen transnationale zivilgesellschaftliche Organisationen ihren Einfluss über die Grenzen hinweg ausdehnen und ihre Botschaft in diskursiven Räumen verbreiten, die nicht notwendigerweise den souveränen Staaten entsprechen. Dieser analytische Ansatz weist allen institutionellen Akteuren die gleiche Wichtigkeit zu, von staatlichen Bürokratien, subnationaler Diplomatie, Zentren für Arbeitnehmer bis hin zu Gewerkschaften und anderen Non-Profit-Organisationen, die Migranten unterstützen. Indem ich mich auf die Strategien konzentriere, mit denen diese Organisationen ihren Einfluss grenzübergreifend ausbauen wollen, möchte ich die Herausforderungen zeigen, die in einer transnationalen Öffentlichkeit entstehen, in der nicht alle Gesprächspartner gleichberechtigte Mitglieder einer politischen Gemeinschaft sind.


Publikationen aus der Fellowbibliothek

Bada, Xóchitl ( Dordrecht [u.a.], 2019)
Institutionalizing a binational enforcement strategy for migrant worker rights

Bada, Xóchitl ( Abingdon [u.a.], 2019)
Local context and labour-community immigrant rights coalitions : a comparison of San Francisco, Chicago, and Houston

Bada, Xóchitl ( Cham, 2019)
New migration patterns in the Americas : challenges for the 21st century

Bada, Xóchitl ( Austin, 2019)
Accountability across borders : migrant rights in North America

Bada, Xóchitl ( 2018)
Union organizing, advocacy, the services and the nexus of immigrant and labor rights

Bada, Xóchitl ( Champaign, IL, 2018)
No one size fits all : worker organization, policy, and movement in a new economic age Labor and Employment Relations Association series

Bada, Xóchitl ( Oxford, 2017)
Mexico’s Michoacán state : mixed migration flows and transnational links

Bada, Xóchitl ( Zamora, Michoacán, 2017)
Asociaciones de oriundos mexicanos en "Chicagoacán" : del compromiso cívico local a la acción trasnacional Mexican hometown associations in Chicagoacán

Bada, Xóchitl ( Urbana, Ill., 2017)
Immigration to the United States in the post-civil rights years

Bada, Xóchitl ( Urbana, Illinois, 2017)
Jobs and the labor force of tomorrow : migration, training, and education The urban agenda


Dienstagskolloquium26.11.2019

Workers' Rights Across Borders: Bringing the Sending State Back Into the Local

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Diskussion16.01.2020

Humans on Humans: How to Conceptualize and Regulate Good Research Practices

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