© Wissenschaftskolleg

2017/2018

H. Glenn Penny , Ph.D.

Professor of History

The University of Iowa

Born in 1964 in Stuttgart
Studied European History at the University of Illinois

Fellowship

EURIAS Fellow


Arbeitsvorhaben

German History Unbound, 1760s-1960s

The project explores the connections and affinities between German communities around the world from the 1760s through the 1960s. It asks how those bonds informed these communities' actions and decisions and how the latter, in turn, shaped German history. Most histories of Germany privilege the rise of a cohesive German nationalism, which ultimately subsumed the idea of multiple German communities within a singular nation-state. While the nation-state became an important source of identity for many, it never completely eliminated alternative understandings of Germanness, which predated the founding of Imperial Germany in 1871 and persisted through the eras of Weimar democracy, National Socialism, and beyond. To illuminate that persistence and its implications, this project focuses on the many translocal (i.e., local-to-local) connections between German communities around the globe and the flows of ideas, people, and things that animated a wide variety of German places (homes, neighborhoods, villages, towns, even rural landscapes) in many non-German lands from the 1760s through the 20th century. It reveals that German identities outside the national territory embraced a wide range of peoples and practices and different kinds of networking activities. Those networks were reinforced by, and in turn shaped, emigration, settlement patterns, and the circulation of German-made ideas and objects. This process looped back to the state, significantly affecting those Germans' understandings of diaspora, migration, and the world. This process has never been studied systematically. This book will take up that challenge, offering readers an alternative historical narrative: a national history not bound by the nation-state. It should be of great interest to scholars working in other fields, particularly those interested in the relationship between diaspora, emigration, and national belonging.

Recommended Reading

Penny, H. Glenn and Stefan Rinke. "Germans Abroad: Respatializing Historical Narrative." Geschichte & Gesellschaft 41 (2015): 173-196.
Penny, H. Glenn. Kindred by Choice: Germans and American Indians since 1800. Chapel Hill: The University of North Carolina Press, 2013.
-. "German Polycentrism and the Writing of History." German History 29, 2 (2012): 265-282.

Dienstagskolloquium , 24.10.2017

Die Freisetzung der deutschen Geschichte

Während die Nachrichten in letzter Zeit voller Geschichten von Migranten und Flüchtlingen sind, die nach Deutschland kommen, erinnern wir uns nur selten daran, dass Deutschland selbst lange eine Auswanderernation war und dass es in Europa und auf der ganzen Welt deutsche Gemeinden gibt. Warum ist das so?

Das hat viel mit den Geschichten zu tun, die wir uns gerne über Deutschland und die Deutschen erzählen. Mit anderen Worten hat es mit Verdinglichung und hegemonialen Paradigmen zu tun. Die auch mir nicht gefallen.

Im Buchprojekt, das ich am Wissenschaftskolleg abschließe, konzentriere ich mich auf die vielen ortsübergreifenden Beziehungen, die die deutschen Gemeinden weltweit miteinander verbinden, und den Strom der Ideen, Menschen und Dinge, der unzählige deutsche Orte in vielen nichtdeutschen Ländern seit den 1760er Jahren bis ins 20. Jahrhundert belebte. Obwohl solche Praktiken nie vom wechselhaften Schicksal des deutschen Nationalstaats gänzlich unabhängig waren, waren sie auch nicht vollkommen unter seiner Kontrolle. Die deutschen Identitäten außerhalb des Staatsgebiets umfassten eine breite Palette an Menschen und Praktiken - und verschiedene Arten von Vernetzungsaktivitäten. In meiner Untersuchung erforsche ich, wie diese Netzwerke durch Auswanderung, Siedlungsformen und die Zirkulation von Ideen und Gegenständen deutscher Provenienz verstärkt und ihrerseits geprägt wurden. Ich zeige auch, wie dieser Prozess in den Nationalstaat und damit auf die Menschen, die innerhalb seinen Grenzen lebten, zurückwirkte - und damit auch die Vorstellungen vieler Deutscher beeinflusste, was ihr Platz in der Welt sei. Meine Behauptung lautet, dass das Verständnis dieser Prozesse dazu beitragen kann, unsere Analysen des Handelns vieler Menschen in einer großen Bandbreite historischer Situationen zu verbessern.

Auf der grundsätzlichsten Ebene entwickle ich in meinem Buch drei Thesen, die die üblichen Narrative der deutschen Geschichte infrage stellen: 1. Der Polyzentrismus der deutschen Geschichte im Zeitalter des Heiligen Römischen Reiches endete nicht in der Moderne, sondern schuf eine Vorlage für die Neugliederung politischer Vielfalt in einem globalen Setting. 2. Während dieser Periode stellte man sich Deutschsein nicht als etwas Einheitliches, sondern meistens als etwas Zusammengesetztes vor, das vielen Formen von Hybridität Platz bot (z. B. Mischungen von Kulturen, Sprachen, Religionen etc.). 3. Als deutschsprachige Menschen im 18., 19. und 20. Jahrhundert aus Mitteleuropa auswanderten, brachten sie diese Eigenheiten mit und schufen neue Hybriditäten, neue mehrsprachige deutsche Orte und mehr einander überlagernde Verknüpfungen.

Meines Erachtens ist es einfach, diese historiographischen Interventionen zu formulieren; schwierig dagegen ist es, einen effektiven Weg zu finden, um die Geschichten, die sie offenbaren, zu integrieren und zu erzählen. Denn es genügt nicht, die deutsche Geschichte einfach 'neu zu denken' oder den Nationalstaat zu dezentrieren. Mein Ziel besteht darin, eine Erzählweise zu entwickeln, die weder vom Staat noch von den Strukturen abhängt, die den Rahmen für diese Geschichten bilden. Als Einführung in die Probleme, die mich beschäftigen, möchte ich Ihnen drei Episoden aus dem Zeitraum um 1880 bis in die Zwischenkriegszeit präsentieren - drei Einblicke in die Art von Forschung, mit der ich mich befasst habe, und in die Herausforderungen, die mir bei der Erzählung einer polyzentrischen deutschen Geschichte begegnen.


Publikationen aus der Fellowbibliothek

Penny, H. Glenn ( 2017)
Material connections : German schools, things, and soft power in the Argentina and Chile from the 1880s through the interwar period

Penny, H. Glenn ( 2015)
Germans abroad : respatializing historical narrative

Penny, H. Glenn ( Chapel Hill, 2015)
Kindred by choice : Germans and American Indians since 1800

Penny, H. Glenn ( 2014)
Not playing Indian : surrogate indigeneity and the German hobbyist scene Performing indigeneity : global histories and contemporary experiences

Penny, H. Glenn ( 2014)
Performing indigeneity : emergent identity, self-determination, and sovereignty Performing indigeneity : global histories and contemporary experiences

Penny, H. Glenn ( Lincoln, 2014)
Performing indigeneity : global histories and contemporary experiences

Penny, H. Glenn ( Chapel Hill [u.a.], 2002)
Objects of culture : ethnology and ethnographic museums in imperial Germany


Dienstagskolloquium - Arbeitsbericht24.10.2017

Unbinding German History

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Kolloquium07.11.2017

Being German in Guatemala: 1880-1960s

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Kolloquium31.01.2018

Beyond Colonial Questions: Writing about Germans Abroad during the Ages of Empire and Fascism

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Vortrag18.06.2018

Kihawahine: German Ethnology and its Histories of the World

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