© Julie Wolf

2017/2018

Stefan-Ludwig Hoffmann , Dr. phil.

Associate Professor of Late Modern European History

University of California at Berkeley

Born in 1967 in Berlin
Studied History at Karl-Marx-Universität Leipzig (now: Universität Leipzig), Johns Hopkins University, and the Universität Bielefeld


Arbeitsvorhaben

Metropolis in Ruins: Berlin in the 1940s

Metropolis in Ruins explores the social and cultural history of Berlin in the 1940s, as it was being transformed from the capital of the Nazi empire to the shattered metropolis of the early Cold War. The bounded space of the city allows us to combine close-ups of concrete situations, actors, and social relations with long shots of mid-twentieth century disjunctures in the international arena. My project aims to change how we think about the compressed time of deep historical ruptures. With Reinhart Koselleck and other historical thinkers, I ask how a catastrophic event (genocide, urbicide) that participants themselves anticipated could still come as a shocking surprise to them. If historical change is rarely smooth and linear and proceeds instead in intense and unforeseeable bursts, as I contend, then we need to take a closer look at those relatively fleeting but intense periods that bring about deep and pervasive structural transformations - moments that can stretch over a few years, when everyone lives on the edge. By exploring Berlin as a shattered, multinational space in transit from war to peace, this project also investigates the resilience of urban life after catastrophe.

Recommended Reading

Hoffmann, Stefan-Ludwig. "Rückblick auf die Menschenrechte." Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken 812, 71 (2017): 5-20.
-. "Germans into Allies: Writing a Diary in 1945." In Seeking Peace in the Wake of War: Europe, 1943-1947, edited by Olivier Wieviorka et al., 63-91. Amsterdam: Amsterdam University Press, 2015.
-. "Ins Freie Fallen: Das Kriegsende 1945 als Ursprung der Gegenwart." Die Zeit (April 29, 2015).

Dienstagskolloquium , 17.04.2018

Wie die Rechte menschlich wurden

Menschenrechte und Globalisierung sind die beiden Leitbegriffe, um die Verwerfungen unserer gegenwärtigen Welt zu beschreiben. Seit den 1990er Jahren explodierte die Forschung zu den Menschenrechten quer durch alle Disziplinen in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Die Geschichtsschreibung ist dem spät gefolgt. Erst in den letzten zehn Jahren hat sich die Neue Menschenrechtsgeschichte herausgebildet als ein lebendiges, ständig wachsendes Forschungsfeld, zusammen und neben der Globalgeschichte. Diese neuere Historiographie sucht den Ursprung der Menschenrechte in einer spezifischen historischen Konstellation, etwa der französischen Aufklärung oder dem Niedergang von Antikolonialismus und globalem Sozialismus in den 1970er Jahren. Solche Genealogien der Menschenrechte laufen Gefahr, die Geschichte rückwärts zu lesen, d.h. unser gegenwärtiges Verständnis individueller Menschenrechte in die Geschichte zurück zu projizieren.

In meinem Vortrag werde ich eine andere Lesart dieser Geschichte vorschlagen. Anknüpfend an Reinhart Kosellecks Theorie historischer Zeiten möchte ich verdeutlichen, wie Rechtsansprüche, die auf unser gemeinsames Menschsein gründen, historisch immer umstritten waren. Wie ich für verschiedene historische Zeiten zeige, werden die Rechte „menschlich“ als Ergebnis von sozialen, politischen oder moralischen Rechtsansprüchen in einer mehr und mehr ineinander verschränkten Welt. Die Geschichte der Menschenrechte ist gleichbedeutend mit dieser Konfliktgeschichte in verschiedenen Maßstäben: imperialen, internationalen oder globalen. Es liegt nahe zu meinen, die verschiedenen Maßstäbe und Konflikte würden zeitlich ablösend aufeinander folgen. Was aber, wie ich meine, nicht nur die Geschichte der Menschenrechte bestimmt, ist ihre Überlappung und Kollision in der (und unserer) Zeit.


Publikationen aus der Fellowbibliothek

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( Stanford, California, 2018)
Sediments of time : on possible histories Zeitschichten : Studien zur Historik

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( 2017)
Rückblick auf die Menschenrechte

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( 2016)
Human rights and history : Stefan-Ludwig Hoffmann

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( 2015)
Haben die Menschenrechte eine Geschichte : gehalten am 20. Mai 2015

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( 2015)
Germans into allies : writing a diary in 1945

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( Amsterdam, 2015)
Seeking peace in the wake of war : Europe, 1943-1947 NIOD studies on war, Holocaust, and Genocide ; 2

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( 2011)
Zur Anthropologie geschichtlicher Erfahrungen bei Reinhart Koselleck und Hannah Arendt

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( Cambridge [u.a.], 2011)
Human rights in the twentieth century Human rights in history

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( 2010)
Besiegte, Besatzer, Beobachter : das Kriegsende im Tagebuch

Hoffmann, Stefan-Ludwig ( 2010)
Koselleck, Arendt, and the anthropology of historical experience


Kolloquium23.10.2017

How, When, and Why Did Human Rights Became Global?

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Dienstagskolloquium - Arbeitsbericht17.04.2018

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Abendkolloquium20.06.2018

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