© Wissenschaftskolleg

2014/2015

Tsering Gyalpo

Professor of Religion

Institute of Religious Studies of the Tibet Academy of Social Sciences, Lhasa

Geboren am 12. April 1961 in Langchu district, Gar County, Ngari Prefecture, Tibet; verstorben am 27. Juni 2015 in Berlin.
Studied Tibetan History at the Chinese Academy of Social Sciences, Beijing

Schwerpunkt

Tibetische Genealogien

Arbeitsvorhaben

Cultural History of Western Tibet

During my stay at the Wissenschaftskolleg, I intend to work on the following:
1. Ethno-historical survey on the Buddhist cave temples of Guge (Western Tibet) and their mural paintings;
2. Several articles on the history of Western Tibet, 10th and 11th centuries (Zhang-zhung kingdom, Guge kingdom, Ladach Kingdom and Zang-kar kingdom);
3. Studies of folk customs (marriage song lyric, hunting culture, nomadic new year ceremony) and religion in Western Tibet.

Recommended Reading

Gyalpo, Tsering. Mnga'ris chos 'byung gangs ljongs mdzes rgyan zhes bya ba bzhugs so [English: The religious history of Mngaris]. Lhasa: Bod ljongs mi dmangs dpe skrun khang [Tibetan People's Publishing House], 2006.
Gyalpo, Tsering and Christian Jahoda, eds. Khorchag. [Kuojia Monastery: An Overview of Its History and Culture]. Lhasa: Bod ljongs bod yig dpe rnying dpe skrun khang [Old Tibetan Books Publishing House], 2012 (Studies and Materials on Historical Western Tibet, vol. I).
Gyalpo, Tsering, Guntram Hazod and Per K. Sørensen. Civilization at the Foot of Mount Sham-po: The Royal House of 1Ha Bug-pa-can and the History of g.Ya'-bzang. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2000.

Dienstagskolloquium , 09.06.2015

Das Königreich in der Höhle - Überlegungen zum buddhistischen Königreich Guge im westlichen Tibet (10. -17. Jahrhundert n. Chr.)

Das Kerngebiet des buddhistischen Königreichs Guge (10.-17. Jahrhundert v. Chr.) befindet sich im westlichen Tibet im Quellgebiet des Satluj, eines der großen Flüsse, die im Westen der Tibetischen Hochebene entspringen und zum indischen Subkontinent hinabfließen. Kennzeichnend für diese Region ist die zerklüftete Berglandschaft mit ihren vielen Höhlen, deren Nutzung durch Menschen wahrscheinlich bis ins Neolithikum zurückgeht. Seit den Anfängen des Königreichs Guge wurden in Dutzenden von Höhlen buddhistische Tempel gebaut; einige von ihnen sind durch chinesische und westliche Veröffentlichungen inzwischen auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Die teilweise gut erhaltenen Wandmalereien zählen zu den wichtigsten Kunstwerken dieses Königreichs im Himalaya und der gesamten buddhistischen Welt dieser Hochebene. Vor ein paar Jahren entdeckte ich fünf weitere Höhlentempel, die zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert entstanden sind; sie liegen im abgelegenen Bezirk Khartse (Spitze der Festung) und zeigen Malereien von durchgängig hoher künstlerischer Qualität. Sie sind auch das Thema des Buchs, das ich in diesem Jahr abschließen werde. Wie alle anderen religiösen Einrichtungen wurde auch der Bau der Höhlentempel von Khartse von der politischen Führung in Auftrag gegeben. Angesichts des Umstands, dass diese religiösen Monumente an einem Ort gebaut wurden, der nur sehr schwer zugänglich ist und der Außenwelt praktisch verborgen bleibt, stelle ich die Frage: Welchem politischen Zweck dienten sie? Ich gehe von der Hypothese aus, dass uns die Antwort auf diese Frage ins Zentrum einer mittelalterlichen Form von Souveränität führt, die vollkommen religiös bestimmt war.

Im ersten Teil meines Arbeitsberichts mache ich einige Bemerkungen zur alten historischen Geografie des westlichen Tibet, insbesondere zum sagenumwobenen Shangshung, einem Königreich, das angeblich lange vor dem tibetischen Reich existiert und eine märchenhafte Geografie gehabt haben soll, die sich über das westliche und nördliche Hochland erstreckte. Eine neue Textquelle, die wir im Rahmen der Schwerpunktgruppe Tibetische Genealogien am Wissenschaftskolleg gelesen haben, bietet wichtige Informationen zur Genealogie und tatsächlichen Ausdehnung dieses Fürstentums, dessen Kernland offenbar mehr oder weniger mit dem späteren Guge identisch war. Eine profane Gemeinsamkeit der beiden Königreiche war ihr Goldreichtum; im Höhlengebiet von Khartse befindet sich eine der alten Goldminen.


Publikationen aus der Fellowbibliothek

Gyalpo, Tsering ( Beijing, 2014)
Chuan qi a li

Gyalpo, Tsering ( Pe-cin, 2012)
Mngav-ris spu-rangs kyi vjig-rten rtsa-vdzugs rten-vbrel glu-sna

Gyalpo, Tsering ( [s.l.], 2012)
'khor chags Studies and Materials on Historical Western Tibet ; 1

Gyalpo, Tsering ( Lha sa, 2011)
Mural paintings in Wa-chen cave in Western Tibet Mural paintings in Wa-chen cave in Western Tibet

Gyalpo, Tsering ( 2009)
The Buddhist monuments of Khartse valley, western Tibet

Gyalpo, Tsering ( Lasa Shi, 2007)
Zang chuan fo jiao Ga ju pai Xizang zong jiao wen hua zhi shi cong shu

Gyalpo, Tsering ( Wien, 2007)
Rulers on the celestial ... ; Vol. 2 Rulers on the celestial plain ; Vol. 2

Gyalpo, Tsering ( Wien, 2007)
Rulers on the celestial ... ; Vol. 1 Gung-thang dkar-chag

Gyalpo, Tsering ( Wien, 2007)
Rulers on the celestial plain : ecclesiastic and secular hegemony in medieval Tibet ; a study of Tshal Gung-thang Denkschriften ; 361



Köpfe und Ideen 2015

Die Vermessung Tibets im Grunewald

ein Porträt über Guntram Hazod, Tsering Gyalpo, Weirong Shen von Michael Oppitz

Artikel lesen